Was ist Berufung? Ist mein Beruf meine Berufung? – Gastbeitrag von Mona Kempkes

Wie du wahrscheinlich mitbekommen hast, sind die Tore für meinen Onlinekurs „Finde deine Berufung! Designe deinen Lebensweg“ endlich wieder geöffnet! Bis 22.10. kannst du dich wieder dafür anmelden. Aber was bedeutet „Berufung“ eigentlich? Die liebe Mona Kempkes, die mich seit September tatkräftig unterstützt, hat sich ein paar Gedanken dazu gemacht und einmal beschrieben, was Berufung aus ihrer Sicht bedeutet.

Gastartikel: Was ist Berufung? Ist mein Beruf meine Berufung?

Was ist Berufung? Eine sehr schöne Definition von Berufung stammt von Roger Ebertz:

Vocation is one’s response to a call from beyond oneself to use one’s strengths and gifts to make the world a better place through service, creativity, and leadership.“ – Roger Ebertz

Berufung ist die Antwort auf einen Ruf von jenseits unserer selbst, die eigenen Stärken und Gaben zu nutzen, um die Welt durch Dienst, Kreativität und Führung zu einem besseren Ort zu machen.“

Diese Definition besteht aus drei Teilen.

  • Es gibt einen Ruf von jenseits unserer selbst
  • BeRUFung ist unsere Antwort darauf
  • Der Ruf fordert uns dazu auf, unsere Gaben zum Wohle unserer Welt zu nutzen

Schauen wir uns diese drei Teile einmal genauer an.

Teil 1) Es gibt einen Ruf von jenseits unserer selbst

Wenn der Ruf zur Berufung von jenseits unserer selbst kommt, woher stammt er dann?

Dieser Teil der Aussage impliziert, dass wir daran glauben, dass das Leben um mehr geht als nur mich selber. Dass der Ruf von etwas kommt, das jenseits meines Alltagsbewusstseins existiert.

War im ursprünglichen Sinne des Wortes „Berufung“ der christliche Gott damit gemeint, beschränkt sich diese Definition nicht mehr nur auf das Christentum. Der Ruf kann genauso gut von meinem eigenen Unterbewusstsein oder einer „universellen Quelle“ stammen. Wer oder was da ruft, ist also eine Frage an das, was wir tief im Inneren glauben.

Hauptsache ist aber, dass der Ruf von etwas kommt, das über meinem normalen Bewusstsein steht und weiser (= wissender) als ich ist. Dass dieser Ruf also zweifellos das Beste und Richtige für mich und meinen Lebensweg will. Ich vertraue dem Ruf.

Auf irgendeine Art und Weise spüre ich also, was das Richtige für mich ist und was ich eigentlich wirklich will. Das ist der Ruf.

Teil 2) BeRUFung ist unsere Antwort darauf

Kommen wir nun zum zweiten Teil. Berufung ist unsere Antwort auf diesen Ruf. Was bedeutet das?

Nehmen wir dafür mal mein persönliches Beispiel, denn für niemand anderen als mich selbst kann ich sprechen.

Ich spüre tief in mir eine unstillbare Neugierde. Schon als kleines Kind wollte ich immer wissen „Wer bin ich?“, „Hat das Universum eine Grenze?“ und so weiter. Und damit bin ich nicht alleine. Schon Goethe schrieb in Faust: „Das ich verstehe, was die Welt im Innersten zusammenhält.“ Dieser Drang zu Wissen ist also mein Ruf. Und was ist nun meine Antwort darauf? Ich studierte Physik. Ich ging auf Reisen. Ich lese viel über Philosophie. All diese Dinge sind meine Berufung.

Berufung umfasst also mehr als nur die gelernte Tätigkeit zum Gelderwerb (Merke: Ich wähle hier bewusst nicht den Begriff „Beruf“. Dazu später mehr.) und Berufung ist auch nicht auf eine Tätigkeit beschränkt. Es ist eher eine Art Lifestyle.

Jeder Mensch hat natürlich seinen persönlichen Ruf und seine persönlichen Antworten darauf. Und das ist auch perfekt so, denn was wäre unsere Welt, wenn jeder Physiker, Reisender oder Philosoph wäre. 😊 Nein, nein. Das wäre so, als ob ein Sinfonieorchester nur aus Oboen bestünde. Die Vielfalt macht unsere Welt erst schön.

Also: Verschiedene Rufe, verschiedene Antworten. Das Thema Berufung ist ein sehr individuelles.

Während ich dem Ruf vertraue, weil er von etwas kommt, das über meinem normalen Bewusstsein steht, gibt es jemanden, dem ich häufig nicht so sehr vertraue. Und das bin ich selber. Denn der Ruf kann mitunter zu sehr großen Dingen aufrufen. Vielleicht sogar so groß, dass sie mich überwältigen. Wir Menschen tendieren dann dazu, den Ruf zu überhören. Weil wir Angst haben. Und weil wir nicht an uns glauben. Das ist vielleicht nicht unbedingt die schlauste Variante, denn dem Ruf zu folgen bedeutet in gewisser Weise auch, seinem Lebenssinn nachzugehen.

Die Berufung muss aber nicht zwangsläufig zu sehr großen Dingen aufrufen. Sicher ist nur, dass eine Berufung immer etwas mit Fortschritt, Entwicklung und Mehrwert zu tun hat. Vor allem, wenn die Berufung dem Wohle anderer Menschen und Lebewesen dient. Und damit kommen wir zum dritten Punkt der Definition.

Teil 3) Der Ruf fordert uns dazu auf, unsere Gaben zum Wohle unserer Welt zu nutzen

Jeder Mensch hat einzigartige Fähigkeiten und Fertigkeiten, mit denen er anderen helfen kann. Wir sehen rein äußerlich schon so unterschiedlich aus, wie können wir da erwarten, dass wir alle gleich denken und handeln. Wir sind in unseren Inneren genauso verschieden wie im Äußeren.

Und… unsere Fähigkeiten und Fertigkeiten sind genauso gewählt, dass wir optimal auf unseren Ruf antworten können. Jede Schwäche ist nur die andere Seite der Medaille einer unserer Stärken.

Dazu wieder ein persönliches Beispiel. Ich bin nicht besonders spontan und finde klare Strukturen besser als kreatives Chaos. „Un-Spontanität“ ist also nur die Kehrseite meiner Stärken „Organisation“ und „Strukturliebe“. Und genau diese Stärken nutze ich als Physikerin in der Datenauswertung und als Reisende in der Reiseplanung. Andere Physiker und andere Reisende dagegen sind sehr spontan und wenig strukturiert und erleben damit ganz andere Dinge als ich. Und das ist natürlich alles gut und richtig so. 😊

Inwiefern helfe ich damit nun der Welt? Naja, bisher noch nicht wirklich. Ich möchte auch nicht behaupten, dass ich meine Berufung schon vollständig lebe. Aber jeder Wissenschaftler ist ja irgendwie auch ein winziges Zahnrädchen auf der Wissensreise der Menschheit. Und nur weil ich reise und unterwegs Anna getroffen habe, liest du gerade diesen Text. Also irgendwie wirkt sich all das schon auf die Welt aus. Und es fühlt sich gerade gut und richtig an. Und ich glaube, genau darin liegt der springende Punkt beim Thema Berufung. Wenn es sich richtig anfühlt, ist es richtig. 😊

Lebe ich meine Berufung?

Wenn du herausfinden willst, ob deine derzeitige Erwerbstätigkeit bzw. deine Hobbies deine Berufung sind, dann kannst du dir also die folgenden Fragen stellen:

  • Ist es etwas, womit ich anderen Menschen / Lebewesen Nutzen bringe?
  • Würde ich diese Tätigkeiten auch machen, wenn ich kein oder wenig Geld dafür bekommen würde?
  • Fühle ich mich zu klein oder unbedeutend, um meine Ziele umzusetzen? (Der Ruf kann manchmal zu sehr großen aufrufen.)
  • Sagt meine innere Stimme „Ja!“ ?

Ist mein Beruf meine Berufung?

Zum Abschluss würde ich gerne noch einen Punkt ansprechen, der mich im Laufe der Recherche zu diesem Text immer wieder verwirrt hat. Und zwar ist das der Begriff „Beruf“.

Nach obiger Definition würde ich sagen, dass ein Beruf die Ausübung meiner Berufung ist, mit der ich meinen Lebensunterhalt verdiene. In meinem Falle wäre das also die Physikerin. Und genau das ist auch die ursprüngliche Bedeutung des Begriffes „Beruf“. Daher stammt das Wort. Ein Beruf ist die Tätigkeit, zu der ein Mensch von Gott berufen wurde.

ABER das ist nicht mehr die heutige Definition des Begriffes „Beruf“. Heutzutage wird „Beruf“ als eine langfristige Tätigkeit zum Gelderwerb angesehen, für die eine gewisse Qualifikation (Ausbildung, Studium, …) erforderlich ist. Da ist nix mehr mit Berufung oder gutem Gefühl. Der Begriff „Beruf“ wurde im Laufe der Zeit rationalisiert.

Mein Beruf kann nach dieser Definition also z.B. Arzt sein, ohne dass ich mich dazu berufen fühle, andere Menschen zu heilen. Und wenn ich 10, 20, 30, 40 Jahre lang eine Tätigkeit ausübe, zu der ich tief im Inneren nicht „JA!“ sage, dann muss ich mich nicht wundern, wenn ich früher oder später ausbrenne („Burnout“).

Diese verlorengegangen Bedeutung des Begriffes „Beruf“ führt auch dazu, dass sich junge Menschen nach der Schule einfach irgendeinen „Beruf“ aussuchen, der ihnen später viel Geld oder Ansehen der Gesellschaft bringt.

Deshalb bedanke ich mich sehr, dass du dir die Zeit genommen hast, diese Zeilen zu lesen und die Begriffe „Beruf“ und „Berufung“ einmal aus einer neuen Perspektiven zu betrachten. Wenn dich Kinder, Jugendliche, Freunde oder Verwandte nach deinem Rat fragen, was sie zu Gelderwerb machen sollen bzw. welcher Beruf gut für sie wäre, dann sagen ihnen, dass sie auf ihre innere Stimme hören sollen. Dass sie auf ihre Werte und ihre innere Motivatoren achten. Dass sie sich ausprobieren können. Und dass sie nicht ewig in einer „Tätigkeit“ bleiben müssen, wenn es sich nicht gut anfühlt.

Beruf und Berufung sind mehr als Geld. Beruf und Berufung haben eher etwas mit Sinn und Lebensfreude zu tun. Und wenn man voller Freude (er-)schafft, dann kommt der Lebensunterhalt meistens ganz automatisch. 😊

Über die Gastautorin Mona Kempkes

Mona war frischgebackene M.Sc. Physikerin, als sie nach fünf Jahren des intensiven Lernens beschloss, den Schreibtisch und das Labor zu verlassen, alle Routinen zu brechen und in völlig neuen Umgebungen nach Antworten auf all ihre Fragen zu suchen. Seit März 2019 reist sie zusammen mit ihrem Verlobten durch die Welt und probiert dabei, so selten wie möglich ein Flugzeug zu benutzen. Zur Zeit sind die beiden in Australien und arbeiten hier als Freiwillige für Familien in den vom Buschfeuer 2019 betroffenen Regionen.

Ihre Reise kannst du auf ihrem Reiseblog Mamorisi verfolgen.

Was ist Berufung? Gastautorin Mona Bild

 

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