Gibt es so etwas wie bedingungslose Liebe? Thema Beziehungen – Teil 1

Gibt es so etwas wie bedingungslose Liebe? Thema Beziehungen – Teil 1

Über kein Thema der Welt wird so viel gesprochen und geschrieben wie über die romantische Liebe. Jeder von uns hat seine eigene(n) Geschichte(n) aus dem Leben dazu – und insgeheim wünscht sich wohl jeder Mensch, die eine Person zu finden, die ihr restliches Leben an unserer Seite verbringen möchte. Obwohl ich auf meinem Blog viel über berufliche Themen schreibe, gibt es noch viele andere Lebensbereiche, an denen wir arbeiten müssen oder dürfen, um unser Traumleben zu erschaffen. Da ich weiß, dass für viele von euch das Beziehungsthema gerade stark im Vordergrund steht, möchte ich auch dazu einmal ein paar Worte schreiben.

Liebe vs. Beziehung

Es gibt viele Formen von Liebe – angefangen von der bedingungslosen Liebe einer Mutter ihres Kindes gegenüber, bis hin zur romantischen Liebe zwischen zwei Erwachsener. In diesem Artikel geht es vor allem um letztere.

Oftmals setzen wir die romantische Liebe mit Liebesbeziehungen gleich – dabei müssen diese beiden Dinge nicht unbedingt gemeinsam auftreten: Man kann sowohl jemanden lieben, ohne in einer Beziehung mit ihm zu sein, als auch in einer Beziehung sein, ohne Liebe seinem Partner gegenüber zu empfinden. Grundsätzlich ist eine Beziehung immer ein Konstrukt unserer Gesellschaft: Die gängigste Form ist eine monogame Beziehung, bei der sich zwei Personen gegenseitig ihre Liebe erklären, sich Treue schwören und versprechen, sich an gewisse Regeln zu halten – beispielsweise ihre Sexualität nicht mit anderen Menschen außerhalb der Beziehung auszuleben. Liebe jedoch ist in ihrem Wesen frei – man kann lieben, wen man will, und ist dabei auch nicht auf eine Person beschränkt.

Wozu brauchen wir Beziehungen?

Früher wurde eine Ehe als der Bund fürs Leben nicht aus Liebe geschlossen, sondern aus wirtschaftlichen Gründen. Die Frauen waren abhängig von ihren Ehemännern. Heute ist in unseren westlichen Ländern fast niemand mehr abhängig von seinem Partner – und trotzdem möchten fast alle von uns jemanden an ihrer Seite zu haben, mit dem sie Leben teilen und vielleicht eine Familie gründen können.

Sowohl Verliebtheit als auch Liebe sind wunderschöne Gefühle, daher ist es nur verständlich, dass wir alle danach streben. Wenn wir von jemanden zurückgeliebt werden, sehnen wir uns danach, dieses Gefühl für immer festzuhalten. Weil wir aber wissen, dass wir das nicht können, suchen wir Sicherheit – diese finden wir im Konstrukt der Beziehung. Außerdem bietet uns das Konzept von Beziehungen die Möglichkeit, unser Gefühl zu labeln und in eine Schublade einzusortieren – und unser Gehirn liebt Schubladendenken.

Auch aus biologischer Sicht ist es nachvollziehbar, wieso es uns nicht genügt, zu spüren, dass uns jemand liebt, sondern wir den offiziellen Rahmen einer Beziehung oder Ehe darum ziehen möchten: Wenn wir uns dazu entschließen mit jemanden eine Familie zu gründen, übernehmen wir die Verantwortung für einen kleinen Menschen, der uns viele Jahre lang braucht, bevor er selbstständig sein wird. Daher sehnen wir uns nach Sicherheit, dass unser Partner diese Jahre an unserer Seite bleiben wird und wir nicht plötzlich alleine mit dem Kind dastehen. Daher hat das Konzept der Beziehung – sei es monogam, polygam, polyamorös oder wie auch immer man es für sich selbst aufstellen möchte – meiner Meinung nach auch heute noch seine Daseinsberechtigung gegenüber des „freie Liebe für alle“-Konzepts, nach dem manche Menschen rufen.

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Bedingungslose Liebe

Bestimmt hast du schon einmal davon gehört, dass Liebe bedingungslos sein soll, und dich gefragt, wie das denn funktionieren soll: Kann ich jemanden bedingungslos lieben – also auch wenn mich diese Person schlecht behandelt, ständig verletzt und vielleicht sogar physisch misshandelt – ganz nach dem Motto „wenn dich jemand schlägt, halte auch noch die andere Backe hin?“ Meine Antwort darauf: Ja, du kannst diese Person trotzdem bedingungslos lieben. Das heißt aber nicht, dass du alles gut finden musst, was der andere macht, und dir alles gefallen lassen musst. Im Gegenteil: Bedingungslose Liebe heißt auch, sich selbst genug zu lieben, um sich in einer solchen Situation abzugrenzen und Abstand zu nehmen. Hier wird aus meiner Sicht deutlich, dass Liebe nicht mit Beziehung gleichzusetzen ist: Während du jemanden, der dich nicht respektiert und verletzt trotzdem noch lieben kannst, wirst du, wenn du klug bist, nicht (mehr) mit dieser Person in einer Beziehung sein wollen.

Passen Liebe und Beziehung zusammen?

Die meisten Menschen wünschen sich eine Kombination aus beidem: Eine Beziehung, in der romantische Liebe vorhanden ist. Doch kann das überhaupt funktionieren? Eine Beziehung heißt ja, wie wir bereits gehört haben, bestimmte Regeln zu definieren, die für beide in Ordnung sind und eingehalten werden. Wenn wir dieses Konstrukt dann über die bedingungslose Liebe zu einer Person stülpen, fängt es an kompliziert zu werden. Ein Beispiel: Wenn Liebe frei ist und zu mehreren Personen bestehen kann, in der Beziehung aber festgelegt wird, dass man nur seinen Partner lieben darf, passt das schon einmal nicht zusammen. Sobald sich dann eine Person in der Beziehung in jemand anders verliebt, beginnt das Drama.

Die meisten Menschen verwechseln eine Beziehung mit Liebe. Sie sagen: „Wenn du Zeit mit mir verbringst, mir sagst, dass du mich liebst und mit niemand anderem schläfst, dann liebe ich dich. Wenn du mich nicht liebst, dann liebe ich dich auch nicht. Wenn du keine Zeit mehr mit mir verbringst oder mit anderen schläfst, dann liebe ich dich nicht mehr“. Was sie aber eigentlich meinen: „Ich liebe dich. Wenn du Zeit mit mir verbringst, mir sagst, dass du mich liebst und mit niemand anderem schläfst, dann bin ich gerne in einer Beziehung mit dir. Wenn du eins davon missachtest, dann liebe ich dich zwar trotzdem noch, aber dann funktioniert unsere Beziehung für mich nicht mehr und ich werde mir jemand anders suchen, mit dem ich in einer Beziehung sein möchte“. Diese Verwechslung von Liebe und Beziehung ist meiner Meinung nach der Grund, wieso so viele Menschen Probleme mit der Liebe und mit Beziehungen haben.

Kann jeder Mensch in einer glücklichen Beziehung sein?

Dennoch bin ich davon überzeugt, dass jeder Mensch in einer glücklichen Beziehung, in der gegenseitige Liebe vorhanden ist, sein kann. Wie bei jedem Thema geht es auch hier nur darum, bewusst hinzusehen, Verantwortung für das zu übernehmen, was in deinem Leben ist, dir ein Ziel zu setzen und dann ganz bewusst darauf hinzuarbeiten. Folgende Schritte sind meiner Meinung nach notwendig, wenn du eine erfüllte Partnerschaft haben möchtest:

  • Ist-Stand erkennen und Wunsch-Zustand definieren
  • Verantwortung für deine bisherigen (gescheiterten) Beziehungen übernehmen, deinen Anteil am Scheitern erkennen (Es gehören immer zwei Personen dazu! Solange du noch der Meinung bist „mein Exfreund ist einfach ein Arsch weil er mich betrogen hat und mich trifft keine Schuld“ hast du noch nicht lange genug hingeschaut und noch nicht tief genug gegraben)
  • Deine unbewussten Glaubenssätze und Verhaltensmuster zu erforschen und aufzuarbeiten (Hierzu empfehle ich diese beiden Bücher: „Jeder ist Beziehungsfähig„* und „Vollendung in Liebe: Von der Kunst, mit sich und den anderen glücklich zu werden“ von Don Miguel Ruiz*„)
  • Dein Konzept definieren, wie eine Beziehung sein muss für dich, um zu funktionieren, und welche Regeln es dafür geben muss – und dir einen Partner suchen, der dieses Konzept teilt
  • Dein Herz zu öffnen und Liebe zu lernen – nicht nur für eine Person, sondern für alles. Allen voran dich selbst, aber auch alles andere im Universum – deine Familie und Freunde, die Nachbarskatze, die Fremde auf der Straße,… (Das kannst du lernen, indem du dich mit Spiritualität beschäftigst, Achtsamkeit übst, meditierst, deiner Freude folgst und mehr von den Dingen machst du die liebst,…)
  • Deine Ängste über Bord zu werfen, aus deiner Komfortzone zu treten und bereit zu sein, dich zu 100% auf jemanden einzulassen, mit dem Risiko, verletzt zu werden

Fazit

Liebe und Beziehungen sind wohl eines der schönsten, wenn auch schwierigsten Themen für uns Menschen. In diesem ersten Teil meiner Serie zum Thema Beziehungen habe ich meine Gedanken zum Thema Liebe vs. Beziehungen und bedingungsloser Liebe geteilt. Im zweiten Teil verliere ich ein paar Worte über Seelenverwandte und Dualseelen. Ein Thema, das besonders für diejenigen für euch relevant sein wird, die schon einmal jemanden kennengelernt haben, bei dem sie das Gefühl hatten eine ganz besondere Verbindung zu ihnen zu haben – ganz anders, als zu den Personen, in die sie sich davor so verliebt haben.

 

Weiterführende Lektüre:

 

 

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