Reisefeeling für Zuhause: 7 Routineunterbrechungen für deinen Alltag – ein Gastbeitrag

Reisefeeling für Zuhause: 7 Routineunterbrechungen für deinen Alltag – ein Gastbeitrag

Du sehnst dich danach, mal aus deinem Alltagstrott auszubrechen – aber mit Reisen und Urlaub ist im Moment nix? In diesem Artikel verrät dir Gastautor Kai Gausmann 7 Routineunterbrechungen für deinen Alltag. Perfekt für alle, denen der Coronavirus einen Strich durch die Sommerurlaub-2020-Rechnung gemacht hat!

Los geht’s mit dem Gastartikel!

Wer hat nicht schon einmal davon geträumt: Einen epischen Roadtrip durch Europa, die Staaten oder Australien machen, sich eine Auszeit nehmen und eine Zeit lang im Ausland leben, Auswandern, eine Weltreise machen…

Einmal dem gewöhnten Trott entrinnen, sich neu erfinden, wieder Kind sein und die Dinge zu tun, die du dich sonst nicht traust.

Vielleicht hast du dir diesen Traum sogar schon einmal erfüllt, vielleicht sogar mehrmals. Aber dieser Blogeintrag widmet sich dem Thema, wie du auch im Alltag deinen Routinen entfliehen kannst. Es könnte nämlich sein, dass deine Reiselust auch eine Flucht ist vor dem, was dich im Alltag erwartet. Wie du, statt vor dem unangenehmen Alltag zu fliehen, dir deinen Alltag so gestalten kannst, als wärest du auf Reisen, das erzähle ich dir jetzt. Das Geheimnis liegt in „Routineunterbrechungen“. Denn Reisen ist nichts anderes als genau das: der Ausbruch aus deinen Alltagsgewohnheiten.

Versteh mich nicht falsch. Routinen sind absolut notwendig in unserem Leben. Sie geben uns Halt und machen in unserem Leben viele Dinge einfacher, weil wir nicht über sie nachdenken müssen. Wir brauchen keine Entscheidung zu treffen, ob wir jetzt diese oder jene Straße nehmen, denn das kostet zusätzliche Energie, die wir besser auf etwas Anderes richten könnten. Wenn du allerdings das Gefühl hast, dass etwas in deinem Leben nicht so richtig rund läuft, dann solltest du als allererstes einmal einen Blick auf deine Routinen werfen und dir folgende zwei Fragen stellen:

  • „Welche Routine ist für mich hilfreich, um meinen Alltag zu bewältigen?“
  • „Welche Routine ist hinderlich für mich, um neue Erfahrungen zu machen?“

Im Weiteren schauen wir uns einmal ein paar Routinen an, die dir helfen können, dich auch im Alltag auf die Reise zu machen.

Deine Wege

Jeder von uns hat seine Standardwege: Der Weg zur Arbeit, der Weg zum Bäcker, zum Sport, zu Freund/Freundin, und so weiter. Diese Wege haben wir uns recht schnell angeeignet, meistens weil es entweder der direkteste, schnellste oder sicherste Weg ist.

Ich habe mir seit Jahren schon etwas angewöhnt, was noch aus meiner Zeit als Student stammt: Immer mal wieder benutze ich neue Wege, die ich entweder vorher noch nie ausprobiert habe, oder die ich lange nicht benutzt habe. Das Interessante daran ist, dass wir alleine dadurch, dass wir einen neuen Weg nutzen, auf einmal aus unserer Routine ausbrechen und uns orientieren müssen und vor allem die Augen öffnen und wieder bewusst unsere Umgebung wahrnehmen. Alleine dieser kleine Trick bietet so viele neue Optionen. Es könnte sein, dass…

  • … du alte Bekannte wieder triffst, die jeden Tag genau diesen Weg nehmen
  • … du einen neuen Ort entdeckst (Dönerladen, Bücherladen, Fitnessstudio, etc.), der dich an etwas erinnert, was du eigentlich schon vor langer Zeit ausprobieren wolltest
  • … du durch irgendetwas entlang dieses Weges inspiriert oder erinnert wirst (zum Beispiel ein Werbeplakat, eine Sehenswürdigkeit, etc.)

Das funktioniert natürlich alles nur, wenn wir nicht ständig auf das Navi unseres Smartphones starren. Also Navi aus, inneren Kompass an und „Neue Wege gehen“.

Deine Fortbewegungsart

Auch die Art, wie du dich fortbewegst, kann dir zu neuen Eindrücken verhelfen. Stell dir vor, du benutzt immer nur die U-Bahn, oder immer nur das Auto, oder immer nur das Fahrrad… Dann wirst du auch immer nur denselben Menschen begegnen, da ja alle ihre Routinen haben. Also versuche mal etwas Neues. Statt mit der U-Bahn fahre mit dem Rad. Statt mit dem Rad gehe mal zu Fuß und so weiter. Ähnlich wie oben gilt: eine andere Fortbewegungsart bringt neue Gelegenheiten mit sich.

Deine Hobbies

Dieser Punkt ist schon fast selbstsprechend. Es geht aber nicht nur darum, neue Hobbies zu finden oder zu beginnen. Genauso interessant ist es zurück zu blicken und dich an alte Hobbies zu erinnern. Ein weises Sprichwort sagt: „Wenn du erstmal etwas gefunden hast, das du liebst, dann lass es nicht los.“ Genau so ist es mit Hobbies. Ab und zu verlieren wir ein Hobby aus den Augen, weil unsere Lebensumstände das verlangt haben. Das ist auch in Ordnung so. Dogmen bringen ja schließlich auch keinem etwas. Aber manchmal vergessen wir so ein liebgewonnenes Hobby ganz und verpassen damit eine wesentliche Gelegenheit an Dinge anzuschließen, die wir in unserer Kindheit oder Jugend geliebt haben. Überhaupt besteht ein großer Teil des Erwachsenwerdens daraus, dass viele Dinge, die uns einst wichtig waren, in Vergessenheit geraten, einfach nur weil sich zeitweise unser Fokus verlagert. Die Kunst liegt darin, das Kind in dir nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Lieber das Kind in sich erwachsen werden zu lassen, statt eine neue Erwachsenenpersönlichkeit zu gestalten, die mehr oder weniger gleich ist wie alle anderen Erwachsenen. Woran kannst du aus deiner Jugendzeit anschließen, das du geliebt hast? Was würdest du gerne wieder tun?

Deine Orte

Mit den Orten ist das für mich persönlich so ein ganz schwieriges Thema. Da pendele ich auch ständig zwischen Routinen und Neuem ausprobieren. Bei den Orten ist mir besonders wichtig, dass ich mich dort wohl fühle. Egal ob es ein Restaurant, eine Bar, ein Café oder ähnliches ist – wenn ich erstmal einen Ort gefunden habe, der mir besonders gut gefällt, dann kehre ich dort auch immer gerne wieder hin zurück.

Besonders beim Thema Gastronomie sinkt die Wechselfreude besonders schnell bei mir, weil mir gutes, qualitatives Essen, ein angenehmes Ambiente und vor allem eine gute Bedienung super wichtig sind. Und in vielen Restaurants, Bars und Cafés ist das eben nicht so.

Aber auch hier gilt, etwas Neues auszuprobieren steigert die Wahrscheinlichkeit für neue Möglichkeiten.

Die Menschen, mit denen du dich umgibst

Mit welchen 5 Menschen verbringst du die meiste Zeit? Vielleicht fragst du dich nun, wieso diese Frage wichtig ist. Leider ist es manchmal so, dass du mit den falschen Menschen zu viel Zeit verbringst. Ich zum Beispiel brenne für Persönlichkeitsentwicklung. Und die meisten Menschen, die auch dafür brennen, sagen dasselbe: „In meinem Bekanntenkreis habe ich leider niemanden, der sich dafür interessiert.“ Über das Thema könnte ich noch einen separaten Post schreiben. Aber es ist für dich in diesem Post einfach nur wichtig zu verstehen, ob du dich mit den richtigen Menschen umgibst. Ich nenne dir ein Beispiel aus meiner eigenen Erfahrung.

In der Vergangenheit habe ich auf Reisen immer wieder großartige Menschen kennengelernt aus allen möglichen Ländern. Bei vielen habe ich immer wieder gedacht, wie schade es ist, dass sie nicht in meiner Heimat wohnen. Gleichzeitig habe ich mich gefragt, warum es so wenige Menschen wie diese in meiner Heimat gibt. Heutzutage leben meine guten Freunde, auf die ich mich verlassen kann und die mich unterstützen, über die ganze Welt verstreut. Das muss nicht so sein, aber für mich ist es so. Gleichzeitig habe ich mich aber auch immer wieder von vielen Menschen getrennt oder den Kontakt zu ihnen eingeschränkt. Und hier ist der Grund dafür warum das so wichtig ist: Deine Persönlichkeit ist das Resultat und die Summe aus den 5 Menschen, mit denen du die meiste Zeit verbringst. Hast du Menschen um dich herum, die gerne Sport treiben, dann wirst du sehr sicher nicht der einzige Couchpotato sein. Aber dieser Prozess funktioniert in beide Richtungen:

Entweder weißt du, was dir WIRKLICH wichtig ist und du suchst dir 5 Menschen aus, die Dinge tun, die dir absolut wichtig sind, oder du hast 5 Menschen um dich herum, die Dinge tun, die dir zwar nicht so wichtig sind, aber weil du diese Menschen an sich magst und du für dich noch nicht festgestellt hast, was DIR WIRKLICH wichtig ist, prägen diese Menschen dein Leben und deine Persönlichkeit.

Beide Wege funktionieren. Im ersten Weg gestaltest du deine Beziehungen bewusst und aktiv, im zweiten nicht. Um aus deinen Routinen auszubrechen lohnt es sich also auf jeden Fall zu überlegen, was dir am wichtigsten ist und dir dann die Frage zu stellen: „Teilen die 5 Menschen, mit denen ich die meiste Zeit verbringe, meine wichtigsten Eigenschaften?“

Die Bücher, die du liest

Ich lese gerne eine große Bandbreite an Büchern. Sachbücher, kurzweilige Unterhaltung, philosophische Ansätze, Technik, etc. Der Hintergrund ist, dass ich so immer neue Ideen und Inspirationen erhalte, die ich auch quer miteinander vernetzen kann. Wenn ich immer nur dieselben Arten von Büchern lesen würde, dann würde ich auch immer nur mehr von derselben Information erhalten und lediglich Bekanntes verfestigen, anstatt mich durch neue Impulse inspirieren zu lassen. Natürlich sollst du nicht krampfhaft Bücher lesen, die du stinklangweilig findest, aber schau doch auch hier mal auf deine Muster: Hast du bestimmte Bücher die du fast ausschließlich liest? Zum Beispiel Romane? Es spricht überhaupt nichts dagegen, Romane zu lesen. Auch diese können dich inspirieren und deine Gedanken sehr anregen. Aber wie wäre es mal mit einer Biographie von einer spannenden Persönlichkeit, die dich interessiert? Oder mit einem Blogeintrag über ein Thema, das dich am Rande interessiert. Es muss ja auch nicht immer ein Buch sein. Es kann auch ein Ebook, Blogbeitrag eine Zeitschrift oder ähnliches sein. Also: Für welche Themen interessierst du dich noch, über die du lange nichts gelesen hast?

Traumleben: Die Route wird berechnet Buch

Deine Fortbildung

Aus-, Fort- und Weiterbildung ist eine super Möglichkeit, deine Routinen zu unterbrechen. Vor allem kombiniert eine Fortbildung gleich mehrere der oben genannten Aspekte: Du triffst neue Menschen, besuchst neue Orte, liest neue Bücher, gehst neue Wege und erhältst vielleicht sogar ein neues Hobby. Eine Fortbildung zu machen ist damit also sozusagen die Königsdisziplin der Routineunterbrechungen schlechthin 🙂

Wenn du dich also auch Zuhause „auf die Reise“ machen willst, dann nimm dir am besten gleich einen dieser Punkte vor, probier mal etwas Neues aus und schau was passiert. Sei einfach neugierig und lass dich überraschen. Aber sei nicht enttäuscht, wenn sich nicht sofort irgendetwas Gravierendes in deinem Leben ändert. Vielleicht machst du es dir auch einfach nur zur Routine, häufiger mal eine kleine Routineunterbrechung in deinen Alltag einzubauen und nach 5 Jahren merkst du, wie sich dein Leben grundlegend geändert hat. Oder du greifst gleich zu deiner Königsdisziplin, wenn du länger in keiner Fortbildung mehr warst und googlest direkt einmal, worin du dich weiterbilden könntest.

Ich bin gespannt. Probier es aus und hinterlasse hier einen Kommentar. Welche Routineunterbrechung willst du gleich mal ausprobieren? Hast du es schon ausprobiert? Was sind deine Erfahrungen? Aber vor allem denke immer an eins:

Alles wird immer gut

Dein Reisebegleiter, Kai | Traveler’s Guide to Life

Über den Autor Kai

Kai Gausmann ist Experte für Persönlichkeitsentwicklung für Privatpersonen, Unternehmer und Manager in der agilen Transformation. Er hat Sportwissenschaften studiert und selber einen abwechslungsreichen Lebensweg hinter sich. Über vier Jobs in 6 Jahren hat er sich dann seinen Traum erfüllt: Menschen bei ihrer Entwicklungsreise und ihrem persönlichen Wachstum zu inspirieren. Als Coach begleitet er unter anderem Menschen in beruflichen Veränderungssituationen, um ihre Berufung zu finden und auf Erfolgskurs zu navigieren. Sein Motto „Alles wird immer gut“ beruht auf seiner eigenen Lebensgeschichte, in der er bereits zahlreiche Situationen mit spontanem Einfallsreichtum meistern musste.

Mehr über Kai kannst du auf seiner Webseite nachlesen.

Reisefeeling für Zuhause: 7 Routineunterbrechungen für deinen Alltag – ein Gastbeitrag

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