Teil 1: Unternehmensgründung neben dem Beruf vs. Kündigung

Balanceakt selbstständig machen neben Anstellung vs. Kündigung

Du träumst davon dein eigenes Café zu eröffnen, hast DIE Idee zur Revolutionierung der Wirtschaft oder möchtest gerne eine Website aufbauen und damit Geld verdienen? Du bist dir aber nicht ganz sicher, ob du dafür dein Studium abbrechen bzw. deinen Job kündigen sollst oder erst einmal nebenbei testen kannst, ob das Ganze auch funktionieren wird? In diesem Blogbeitrag erfährst du, wie du den für dich besten Weg findest deine Idee umzusetzen.

Erster Schritt: Evaluierung deiner Lebenssituation

Zuerst einmal ist es hilfreich, dir anzuschauen, wo in deinem Leben du gerade stehst. Die gute Nachricht zuerst: Egal wie alt du bist, es ist nie zu spät, dein eigenes Ding zu machen. Allerdings gibt es ideale und weniger ideale Zeitpunkte für den Start. Wenn du zum Beispiel noch zur Schule gehst, solltest du auf erst deinen Abschluss fertig machen. Wenn dein Unternehmen nämlich nicht sofort abhebt, könntest du es später bereuen, die Schule abgebrochen zu haben. Nebenbei gründen oder noch ein paar Monate warten lautet in diesem Fall die Devise. Das gleiche gilt auch, wenn du kurz vor dem Abschluss deines Studiums stehst. Was aber, wenn du bereits einen festen Job hast? Dann stellst du dir wahrscheinlich die Frage, ob du deinen Job kündigen musst oder dein Unternehmen nebenher gründen sollst bzw. kannst.

Zweiter Schritt: Nebenbei gründen oder Sprung ins kalte Wasser?

Auch ich habe mich ziemlich lange mit dieser Frage beschäftigt. Und leider – achtung Spoiler! – gibt es darauf keine einfach ja oder nein Antwort. Auch diejenigen, die bereits vor dieser Entscheidung standen und jetzt ein erfolgreiches Unternehmen haben, sind sich nicht einig darüber, was der bessere Weg ist. Der Filmemacher und Motivationsspeaker Ben Ouattara hat zum Beispiel bei der Awesome People Conference 2017 erwähnt, dass einfach ins kalte Wasser zu springen besser funktioniert, als nebenbei aufzubauen. Der Persönlichkeitstrainer und Life-Coach Christian Bischoff wiederum vertritt in seinem Podcast „Die Kunst, dein Ding zu machen“ die Meinung, dass du nie einen sicheren Hafen verlassen sollst, bevor du deine Selbstständigkeit nicht so aufgebaut hast, dass sie dich für 3 Monate unterhält.

Der Gründer der Awesome People Conference Robert Gladitz kommt dem Kern des ganzen wohl am nächsten und sagt: Es kommt darauf an. Er nennt vier konkrete Faktoren, deren Analyse dir helfen wird, diese Frage für dich selbst zu beantworten. Mir haben diese Faktoren sehr bei meiner Entscheidung geholfen, weshalb ich dir diese näher erklären möchte.

4 Faktoren zur Beantwortung

1. Wie evaluiert ist das Ganze?

Handelt es sich bei deiner Idee um einen groben Traum oder hast du bereits einen ausgeklügelten Plan? Weißt du, ob der Markt dafür da ist? Hast du schon getestet, ob Leute dafür Geld bezahlen würden? Ist das zu hundert Prozent dein Ding oder verlierst du in einigen Monaten möglicherweise wieder das Interesse daran? Je konkreter dein Business schon steht und umso sicherer du weißt, dass du damit auch Geld verdienen kannst, umso mehr Risiko kannst du bei der Gründung eingehen.

2. Wie viel Geldpuffer hast du?

Wenn du genügend Ersparnisse hast, um dich und alle Personen, die von dir abhängig sind (wenn du zum Beispiel Familie hast), einige Monate auch ohne dein geregeltes Einkommen über Wasser zu halten, wird dir die Entscheidung leichter fallen, deinen Job zu kündigen und dich voll und ganz deiner Idee zu widmen.

3. Wie risikobereit bist du?

Gehörst du zu den absoluten Draufgängern oder bist du eher der Typ Angsthase? Falls du kaum schlafen kannst, wenn du nicht weißt wie du nächstes Monat deine Miete bezahlen sollst, bist du besser damit beraten, dein Unternehmen erst einmal neben deinem Job zu gründen.

4. Wie schlimm ist das, was du gerade machst?

Für Gründer gibt es eigentlich nur zwei Motivationen, um zu gründen: Entweder hin-zu oder weg-von. Hin-zu Motivation wäre, wenn deine Idee so verlockend/innovativ/großartig ist, dass du gar nicht anders kannst, als sie umzusetzen. Weg-von Motivation wäre, wenn du deinen aktuellen Beruf so sehr hasst und auch ein Jobwechsel keine wirkliche Besserung verspricht, dass du keinen anderen Ausweg mehr siehst, als dein eigenes Ding zu machen. Je größer deine weg-von Motivation ist, umso früher wirst du deinen Job kündigen und dich voll und ganz der Selbstständigkeit widmen. Wenn dein aktueller Job andererseits ganz okay ist und du eigentlich noch ganz gern zur Arbeit fährst, dann kannst du mit der Kündigung noch etwas warten und erst einmal nebenher ausprobieren, was aus deiner Idee wird.

Alle, die mehr über diese vier Faktoren erfahren wollen, finden hier Robert Gladitz‘s 74. Podcastfolge „Uni/Job kündigen? Wie du den für dich perfekten Übergang schaffst!“ vom 29.08.2017 dazu.

 

Und jetzt?

Nun hast du dich also mit deiner aktuellen Lebenssituation beschäftigt und kennst vier Faktoren, die dir die Wahl deinen Job zu kündigen oder nebenbei zu gründen leichter machen sollten. Du musst diese Entscheidung nicht jetzt sofort treffen, aber du hast nun ein paar konkrete Ansatzpunkte, über die du dir Gedanken machen kannst.

In Teil 2 dieser Serie erfährst du, wie genau du dich möglichst risikofrei nebenbei selbstständig machen kannst. In Teil 3, welcher nächste Woche veröffentlicht wird, beleuchten wir die andere Seite und finden ein paar gute Gründe dafür, wieso du jetzt kündigen und dich selbstständig machen solltest.

Du bist noch auf der Suche nach deiner Leidenschaft oder Berufung? Ich habe ein Arbeitsblatt erstellt mit 20 Fragen und Übungen, welche dir dabei helfen sollen, dein Ding zu finden. Du kannst dieses hier kostenlos herunterladen, indem du dich in meine E-Mail Liste einträgst:

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1 Kommentar

  1. Interessant, dass man auch einen Geldpuffer braucht, wenn man neben dem Beruf gründet. Ich würde mit meinem Freund gerne eine GmbH Gründung machen. Aber ich denke wir haben noch nicht genug Kapital.

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