Wie finde ich mein Ding?

6 Wege mit Selbstzweifel umzugehen wenn du dein Ding und dich selbstständig machst

„Wähle einen Beruf, den du liebst, und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten“. Dieses Zitat von Konfuzius könnte aktueller nicht sein. Kaum eine Generation hatte eine derart große Auswahl an Arbeitsfeldern und war so frei in ihrer Berufswahl, als unsere. Dies führt jedoch zu einer hohen Erwartungshaltung seitens der Gesellschaft sowie von uns selbst, DEN Job zu finden, der nicht nur Geld bringt, sondern uns gleichzeitig ein Leben lang erfüllt und Freude bereitet. Was aber, wenn du keine Ahnung hast, was deine Leidenschaft oder Berufung ist? Ein Artikel darüber, wie du dein Ding findest und es dir gelingt, dir nicht so viel Druck deshalb zu machen.

Meine Geschichte dazu

Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie es dir geht, wenn außer dir scheinbar alle um dich herum genau wissen, was ihre Leidenschaft ist und wie sie diese zum Beruf machen, und du keine Ahnung hast. Mir ging es da nicht anders.

Schon als Kind habe ich es gehasst, das Feld „Mein Traumberuf“ in Freundschaftsbüchern auszufüllen. Während andere Kinder davon träumten Pilot, Arzt oder Schauspieler zu werden, schrieb ich Dinge wie „Schwimmlehrer“ auf. Ich blieb ganz einfach am Gymnasium, weil ich nicht wusste, in welche höherbildende Schule ich gehen könnte, wenn ich weder Köchin, noch Kellnerin, Bürokauffrau oder Kindergärtnerin werden wollte.

Im Abschlussjahr machte ich dann einen Berufswahl-Interessens- und Fähigkeitentest bei der Wirtschaftskammer, bei dem herauskam, dass ich mich sowohl für Sozialberufe, als auch für Wirtschaft und Marketing interessiere und geeignet sei. Kurzerhand beschloss ich, das einfach zu verbinden und „Nonprofil-, Sozial- und Gesundheitsmanagement“ zu studieren. Schnell aber stellte ich fest, dass ich zwar gerne Menschen helfen und die Welt verbessern möchte, ein Bürojob in einer sozialen Einrichtung oder im Gesundheitswesen aber nicht das richtige ist für mich. Stattdessen begann ich eigene Ideen im Bereich soziales Unternehmertum zu spinnen, traute mich aber noch nicht wirklich an die Gründung eines richtigen, lokalen Unternehmens, das eine Menge Geld kosten würde, heran.

Da ich mich schon immer für Marketing interessiert habe und gerne reise, fand ich es schließlich eine gute Idee, zwecks Mangel an Berufserfahrung und Ausbildung in dieser Branche – anstatt einem Job in diesem Bereich zu suchen – das Masterstudium „Entrepreneurship, Tourismus und Marketing Management“ dranzuhängen. Dank eines Praktikums in einem Tourismusunternehmen entdeckte ich schließlich meine Leidenschaft fürs Online Marketing, in dem ich dann auch begann zu arbeiten.

Irgendwie aber ließ mich die Idee des sozialen Unternehmertums trotzdem nicht los. Nebenbei begann ich mich immer stärker mit Themen wie Persönlichkeitsentwicklung und Spiritualität auseinanderzusetzen und mich zu fragen: Was ist eigentlich meine Leidenschaft? Wie möchte ich mein Leben verbringen? Welche Ziele möchte ich verwirklichen? Wie kann ich meine Fähigkeiten, Erfahrungen und Online Marketing Kenntnisse kombinieren, um Menschen zu helfen?

Heute weiß ich, welche 10 Dinge auf der Bucketliste meines Lebens stehen und richte mein Leben danach aus, diesen täglich ein Stück näher zu kommen. In diesem Artikel möchte ich dir zeigen, welche Erkenntnisse, Gedanken und Schritte mir geholfen haben, mein Ding zu finden und zu beginnen, meine Leidenschaft zum Beruf zu machen.

Woran erkenne ich meine Leidenschaft?

Bevor wir loslegen, möchte ich gerne gesagt haben: Auch wenn du dein Ding machst, wird nicht jeder Tag Sonnenschein sein. Es werden Hürden und Schwierigkeiten auf dich zukommen, und du wirst genauso Aspekte an der Arbeit finden, die dir weniger Spaß machen. Woran aber erkennst du dann, dass du deine Leidenschaft gefunden hast? Gute Hinweise sind, dass du montags gerne aufstehst und zur Arbeit gehst, dass dich deine Arbeit erfüllt und sich dein Job nicht wie Arbeit anfühlt. Außerdem kommst du vielleicht regelmäßig in einen Flow-Zustand bei der Arbeit: In einen Zustand, indem du völlig inspiriert arbeitest, gar nicht merkst, wie schnell die Zeit vergeht und du dich einfach gut fühlst. Klingt doch super, oder?

Bevor wir uns anschauen, wie du deine Leidenschaft finden kannst, möchte ich dir gerne zwei Ratschläge mitgeben. Es handelt sich dabei um Ratschläge, die du vielleicht nicht hören willst, die ich dir aber trotzdem geben will, weil ich mir wünschte, es hätte sie mir damals jemand gegeben:

Mein 1. Rat: Mach dich locker

Den ersten Rat, den ich dir geben möchte: Mach dich locker.

Zuallererst: Verabschiede dich von der Idee, heute schon zu wissen, was du die nächsten 10 Jahre machen möchtest und wie dein Leben aussehen wird. Mir selbst fiel es schwer, zu lernen, dass ich nicht immer alles im Voraus wissen kann und manchmal einfach die Kontrolle abgeben muss. Aber vielleicht hilft dir dieser Gedankengang: Hast du vor 10 Jahren schon gewusst, wo du heute stehen wirst? Vermutlich nicht. Und das ist auch gut so. Erstens wäre das ja langweilig, und zweitens hättest du dann vermutlich viele tolle Dinge verpasst, die zu erleben du dir nie ausgemalt hättest, oder? Eben. Genau so wenig musst du heute schon jeden einzelnen Schritt kennen, den du in den nächsten 10 Jahren machst. Das ist ein bisschen so, als würdest du einen Weg gehen, der im Nebel liegt: Du siehst den Anfang des Weges, und du hast eine ungefähre Vermutung, wo er hinführen wird, aber du siehst nicht jeden einzelnen Abschnitt davon. Hält dich das davon ab, den Weg zu gehen? Nein! Du gehst los, und wenn du die ersten Meter zurückgelegt hast siehst du plötzlich wieder ein Stück weiter, usw. Wichtig ist nur, dass du grob weißt, was du im Leben willst. Dafür kann ich dir diesen Artikel empfehlen: Erstelle deine Bucketliste fürs Leben.

Außerdem: Mach dir klar, dass keine deiner Entscheidungen endgültig ist und dich für den Rest deines Lebens einschränken muss. In der Schule wird uns beigebracht, dass wir uns für einen Beruf entscheiden müssen, und diesen dann unser Leben lang ausführen werden. So funktioniert das heute aber, bis auf ein paar Ausnahmen, nicht mehr. Tatsächlich ändert sich unsere Berufswelt durch den technischen Fortschritt und die Digitalisierung so rasant, dass immer wieder neue Berufe geschaffen und alte Berufe verdrängt werden. Es ist sehr wahrscheinlich (wenn du nicht gerade Arzt aus Leidenschaft bist), dass du in deinem Leben nicht nur in einem Job bleiben wirst. Das heißt also, du kannst auch mehrere Leidenschaften haben, die du kombinierst. Oder du kannst ein paar Jahre an einer Leidenschaft arbeiten und anschließend an einer anderen. Wichtig ist nur, dass du irgendwo anfängst und ins Handeln kommst. Darüber habe ich in diesem Artikel geschrieben: Weniger denken, mehr machen.

Mein 2. Rat: Gib dir Zeit

Schlechte Nachrichten für alle, die bei der Verteilung der Eigenschaft Geduld (so wie ich) hupend im Stau gestanden sind: Um deine Leidenschaft zu finden, brauchst du Zeit. Du wirst nicht morgen aufwachen und eine Vorstellung davon haben, was du für den Rest deines Lebens tun willst. Genau so wenig wirst du dieses eine Buch lesen und anschließend genau wissen, wie du dein Ding machen und glücklich werden kannst. Das Ganze ist ein schleichender Prozess, bei dem du dich selbst besser kennenlernst, viele Dinge ausprobierst und ganz viel an deinem Mindset und dir selbst arbeitest. Umgib dich mit Menschen, die dich inspirieren. Lies Bücher oder höre Hörbücher oder Podcasts zum Thema Erfolg, Berufung, Persönlichkeitsentwicklung, Spiritualität, Biografien von starken Persönlichkeiten… Folge Instagram Profilen, deren Bilder und Texte etwas in dir auslösen. Gehe auf Seminare, die dich ansprechen und verbinde dich mit anderen Leuten, die dabei sind, ihr Ding zu machen oder ihre Leidenschaft zu finden. Gehe mit offenen Augen durch die Welt, folge deinen Interessen und mache das, was dir Freude bereitet. Irgendwann wird die Vision immer klarer werden. Du wirst dich selbst besser kennenlernen und wissen, was du (nicht) willst im Leben.

Was du heute schon tun kannst

Nun weißt du also, dass du nicht die EINE Leidenschaft finden musst, und dass das Ganze ein Prozess ist, der nicht von heute auf morgen stattfindet. Was aber kannst du jetzt schon konkret machen, um deiner Leidenschaft ein Stück näher zu kommen?

1. Finde heraus, was du nicht willst

Wenn du nicht weißt, was du willst, hilft es vielleicht, zu definieren, was du nicht (mehr) willst. Nimm dir einen Zettel und schreibe alles auf, was du jetzt in deinem Leben hast und nicht mehr möchtest. Außerdem schreibst du alles dazu, was du schon einmal ausprobiert hast, was aber nicht funktioniert hat. Und natürlich das, was du gar nicht erst ausprobieren willst. Anschließend überlegst du, was das Gegenteil davon wäre, das dir gefallen würde.

2. Unterscheide zwischen Interesse, Hobby, deinem Thema und deinen Skills

Robert Gladitz beschreibt in seiner 77. Podcastfolge „Endlich Klarheit: Wie Du schnell herausfindest, was „Dein Ding“ ist und was nicht“ vom 06.09.2017 eine Methode, sein Ding zu finden, mit der Hilfe von 4 Kategorien: Interesse, Hobby, Thema und Skills.

Wenn du dein Ding finden möchtest, kannst du erst einmal alles aufschreiben, was du gerne machst, worin du gut bist, was du spannend findest und was dir Spaß macht. Anschließend teilst du es in die vier Kategorien auf: Interesse ist alles, was du spannend findest, worüber du einen Artikel lesen würdest, der dir unterkommt und worüber du gerne mehr erfahren willst. Hobby ist, was du gerne und regelmäßig machst. Dein Thema ist, worüber du stundenlang reden kannst und wo dir nie der Gesprächsstoff dabei ausgehen wird – etwas, mit dem du dich jeden Tag beschäftigen musst, weil du magisch davon angezogen wirst. Genau das ist deine Leidenschaft! Die vierte Kategorie sind Skills, die du hast, die du dafür nutzen kannst, dein Thema umzusetzen (beispielsweise Schreiben, Social Media Kenntnisse,…).

Diese Methode hat mir sehr geholfen und mir klar gemacht, dass ich nicht alles, was mir liegt, zu meinem Ding machen muss. Es kann sein, dass du zum Beispiel sehr gerne Tennis spielst. Vielleicht hättest du aber gar keine Freude daran, professioneller Tennisspieler zu werden oder anderen Tennis beizubringen, weil du dann so viel trainieren müsstest oder als Trainer selbst gar nicht mehr viel Zeit zum Spielen hättest. Dann ist Tennis z.B. dein Hobby, das du nicht unbedingt zu deinem Beruf machen sollst.

3. Stell dir diese 20 Fragen

Du brauchst noch mehr Anleitung, um dein Ding zu finden? Du kannst dich auch in meine E-Mail Liste eintragen, um dir mein Arbeitsblatt mit 20 Fragen und Übungen, um deine Leidenschaft zu finden, herunterzuladen. Alles, was du dafür tun musst, ist meinen monatlichen Newsletter zu abonnieren, von dem du dich jederzeit wieder abmelden kannst. Mehr Informationen dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung.

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Muss ich meine Leidenschaft finden?

Was, wenn du eigentlich recht zufrieden mit deinem aktuellen Job bist und gar kein Interesse daran hast, dein Ding zu machen und deine Berufung zu finden? Dann ist das völlig okay! Ich bin der Überzeugung, dass man auch dann ein glückliches Leben führen kann, wenn man nicht unbedingt seine größte Passion zum Beruf macht. Du kannst auch außerhalb deines Jobs Erfüllung finden. Alles kann, nichts muss. Es hängt immer davon ab, was für Ziele auf deiner Bucketliste des Lebens stehen. Solange du glücklich bist mit deinem Leben, bin ich das auch 😊

Wenn du aber jetzt unbedingt loslegen willst damit deine Berufung zu finden, dann wünsche ich dir viel Erfolg und Spaß dabei ihre Leidenschaft zu entdecken! Wenn du noch mehr darüber erfahren willst, wie du dein Ding findest, empfehle ich dir folgende Blogbeiträge:

Erstelle deine Bucketliste fürs Leben

Lernen, träumen, machen: Die 3 Schritte zu deinem Traumleben

Mindfood: Bücher, Podcastd und Video Empfehlungen als Inspiration

Woran du merkst, dass du dein Ding gefunden hast

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