Gibt es so etwas wie einen Seelenplan?

Gibt es so etwas wie einen Seelenplan?

Vor kurzem wurde in einer Facebookgruppe, in der ich bin, darüber diskutiert, ob es so etwas wie einen Seelenplan oder Schicksal gibt – also ob unser Leben bereits vorherbestimmt ist oder nicht. Da ich mir dazu schon öfters Gedanken gemacht habe, möchte ich in diesem Artikel mit euch teilen, an was ich persönlich glaube.

Schicksal vs. freie Wahl

Im Grunde gibt es zwei unterschiedliche Ansichten auf das Leben: Die einen glauben ans Schicksal und daran, dass alles, was uns tagtäglich geschieht, bereits vorbestimmt ist. Die anderen glauben, dass wir Menschen selbst jeden Tag aufs Neue bestimmen, was uns geschieht und dass wir unsere Realität einzig und allein mit unseren Gedanken und Handlungen erschaffen (mehr darüber hier). Und dann gibt es da noch die Menschen, die sich mal wieder nicht entscheiden können zwischen diesen beiden Ansichten und einfach daran glauben, dass beides zutrifft. Zu diesen Menschen gehöre ich.

Dein Seelenplan

Ich persönlich glaube daran, dass jeder Mensch einen Seelenplan hat: Jeder von uns möchte gewisse Erfahrungen in seinem Leben machen, die er sich bereits ausgesucht hat, bevor er geboren wurde. Ich glaube, dass jeder Mensch eine gewisse Aufgabe hier zu erledigen hat – die er ebenfalls noch vor seiner Geburt selbst ausgewählt hat. Den Erfahrungen, die wir machen wollen, und unserer Aufgabe gerecht werdend wählen wir dann die Umstände, in die wir geboren werden. Demnach glaube ich also daran, dass es so etwas wie Schicksal gibt und dass gewisse Punkte unseres Lebens bereits vor unserer Inkarnation feststehen.

Gleichzeitig glaube ich aber auch, dass wir als Mensch viel Gestaltungsfreiheit haben und unsere Lebensumstände und Erfahrungen durch unsere Gedanken und Handlungen erschaffen.

Wie ich bereits in diesem Artikel geschrieben habe stelle mir das mit dem Seelenplan so vor, als ob man einen Roadtrip plant: Man setzt sich ein Ziel, wo man irgendwann ankommen möchte und wählt ein paar „Must-See“s, die man auf dem Weg unbedingt mitnehmen will – alles andere wird dann aber spontan entschieden.

Vom freien Willen

Woran ich aber ebenfalls glaube ist, dass jeder Mensch einen freien Willen hier auf der Erde hat. Um uns hier zu inkarnieren und als Seele eine menschliche Erfahrung zu machen haben wir zugestimmt, dass wir gewisse Dinge „vergessen“ – dazu gehört auch unser persönlicher Seelenplan. Ich stelle mir das so vor, als ob wir uns freiwillig dafür gemeldet haben bei einem Spiel mitzuspielen, dessen Ausgang und Zweck wir zuvor selbst festgelegt haben. Da es aber langweilig wäre, ein Spiel zu spielen, dessen Ausgang wir bereits kennen, gehört es zu den Regeln, für die Dauer des Spiels zu vergessen, wie das Spiel ausgeht. Dafür bekommen wir quasi ein „Vetorecht“: Jeder von uns hat einen freien Willen im Spiel – er kann also jederzeit freie Entscheidungen treffen, auch wenn sie gegen den zuvor festgelegten Plan sind.

Freier Wille? Echt?

Das heißt also: Wir haben zwar einen Seelenplan, können aber trotzdem jederzeit frei entscheiden, was wir machen möchten. Wenn diese Entscheidungen mit unserem Seelenplan übereinstimmen, dann ist alles prima. Das sind die Momente im Leben, in denen dein Leben beginnt magisch zu werden – in denen genau zur richtigen Zeit die richtigen Menschen in dein Leben treten und sich scheinbar zufällig die tollsten Dinge ergeben. Mehr darüber habe ich in diesem Artikel geschrieben.

Da wir aber bewusst unseren Seelenplan vergessen haben, kann es natürlich auch passieren, dass wir Dinge machen und zu manifestieren versuchen, die uns nicht wirklich weiterbringen in unserem Seelenplan oder sogar ganz klar dagegen arbeiten. In unserer Welt mit zahlreichen materiellen Ablenkungen und mit all den Erwartungen von außen passiert das ziemlich schnell. Da du einen freien Willen hast, kannst du auch Dinge machen und erschaffen, die gegen deinen Seelenplan sind. Doch wenn du das machst, dann beginnt dein Leben schwierig zu werden. Dann wird eine Herausforderung nach der anderen auf dich zukommen, die mit viel Arbeit und Schmerz verbunden sein werden. Anfangs wirst du vielleicht noch glauben, dass du gerade eine Pechsträhne hast – doch je weiter du dich verrennst, umso größer werden diese Hindernisse und umso größer dein Leid. Der Grund dafür ist ganz einfach, dass das Universum liebevoll versucht, dir mitzuteilen, dass du gerade auf dem falschen Weg bist, und dich sanft wieder auf den Weg deines Seelenplans zurückzuschubsen versucht.

Woran merke ich, dass ich gegen meinen Seelenplan handle?

Vielleicht fragst du dich nun: Also arbeite ich immer, wenn Herausforderungen in meinem Leben auftauchen, gegen meinen Seelenplan? Ganz so würde ich das nicht formulieren. Ich glaube nämlich auch, dass Herausforderungen und auch schmerzhafte Erfahrungen zum Leben dazugehören. Einerseits wachsen wir daran, andererseits brauchen wir diese Tiefs, um die Hochs überhaupt erleben und wertschätzen zu können. Jedoch glaube ich auch, dass Schwierigkeiten oder Erfahrungen wie zum Beispiel Verlust nicht zu übermäßigem und dauerhaftem Leid und Schmerz führen müssen. Wenn diese Erfahrungen im Einklang mit unserem Seelenplan stehen, dann können wir sie durchleben. Wir können uns die Zeit nehmen, die wir brauchen, um zu trauern oder das Erlebnis zu verarbeiten und wir können trotzdem weiterleben und auch wieder die schönen Seiten des Lebens sehen.

Wenn diese Erfahrungen jedoch dazu da sind, um uns zu helfen unseren Weg zu überdenken, dann bleiben wir gewissermaßen im Schmerz hängen. Wir verfallen in Depressionen oder fühlen uns dauerhaft verloren. Es kann auch sein, dass es gar keine extremen Auslöser für unseren Schmerz oder unser Leid gibt, wir uns aber trotzdem unzufrieden fühlen und irgendwie nicht wirklich glücklich sind mit unserem Leben. Vielleicht leben wir, von außen betrachtet, sogar ein erfolgreiches Leben – doch in unserem Inneren herrscht eine gewisse Leere, die wir nicht füllen können oder vielleicht sogar versuchen mit Dingen wie übermäßigem Essen, Feiern oder Suchtmitteln zu stopfen.

Und wieso das alles?

Fassen wir einmal zusammen: Ich glaube also, dass wir ein Spiel spielen, dessen Ende wir bereits kennen, das wir aber für die Dauer des Spiels vergessen haben. Und in dem wir immer wieder – sanft oder unsanft – wenn wir uns für ein anderes Ende entscheiden, wieder zum vorher festgelegten Ende zurückbefördert werden. Nun könnte man sich fragen: Wozu das Ganze? Wozu spiele ich ein Spiel, dessen Ende schon davor festgelegt wurde? Gegenfrage: Wieso sieht man einen Film ein zweites oder sogar drittes Mal, obwohl man bereits weiß, wie er ausgeht? Genau: Ganz einfach, weil man es genießt und es Freude macht. Genau deshalb, glaube ich, sind wir hier: Um uns auszuprobieren, Erfahrungen zu machen und Freude und Liebe zu spüren. Denn ist nicht der Sinn und Zweck eines Spieles genau das: Zu spielen, ganz einfach weil es Spaß macht?

Wie komme ich auf all das?

Fast alles, was ich auf diesem Blog mit euch teile, beruht auf persönlichen Erfahrungen. Mir persönlich genügt es nicht, von etwas zu lesen oder zu hören und es mit dem Verstand für logisch zu befinden – ich muss etwas erleben und fühlen, damit es zu meiner Wahrheit wird. Was ich in diesem Artikel mit euch teile „weiß“ ich jedoch nur zum Teil – das meiste davon sind meine persönlichen Gedanken, die sich für mich einfach richtig und stimmig anfühlen, und die ich mir aufgrund all dem, was ich in meinem Leben schon gehört und gelesen habe, zusammengebastelt habe. Da ich diese Ansichten in den letzten Jahren, wenn neue Informationen dazugekommen sind, auch immer wieder über den Haufen geworfen habe, kann es sein, dass sich im Laufe der Zeit meine Ansichten wieder ändern. Aber so ist das Leben nun einmal – ständige Veränderung 🙂

 

Glaubst du ebenfalls daran, dass es so etwas wie einen Seelenplan oder Schicksal gibt?

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