Ist die Welt schlecht und sind die meisten Menschen böse?

Ist die Welt schlecht und sind die meisten Menschen böse?

Vor kurzem war ich in Berlin auf einer Veranstaltung, wo sich rund 15 sehr spirituelle Menschen getroffen haben. Im Gespräch kam dabei das Thema auf: Wie gehe ich mit all der Negativität, der Leere und den unbewussten Menschen in Deutschland (und Österreich) um? Diese Diskussion hat mich dazu inspiriert, einen Artikel darüber zu schreiben, ob die Welt wirklich so schlecht ist, wie sie oft dargestellt wird, und was wir dagegen tun können.

Baby, it’s a wild world

Wenn du in einer größeren Stadt wohnst kennst du das wahrscheinlich: Die leeren Blicke der Menschen, die morgens in der U-Bahn oder S-Bahn sitzen. Die Mundwinkel nach unten gezogen, auf das Smartphone starrend, Stöpsel im Ohr. Die meisten nehmen gar nicht wahr, was um sie herum passiert. Neben der Tatsache, dass die Mehrheit der Menschen völlig disconnected von sich und der Außenwelt scheint, ist mir in dem Monat, in dem ich in Berlin war, noch etwas aufgefallen: Wie leicht reizbar und aggressiv viele Leute sind. Mehrmals pro Woche habe ich heftige Wortgefechte und Konfrontationen, die manchmal kurz davor waren zu eskalieren, zwischen Fremden in den öffentlichen Verkehrsmitteln oder auf der Straße erlebt. Auslöser waren fast immer Kleinigkeiten (für die oftmals nicht einmal jemand der Streithähne etwas dafür konnte), beispielsweise dass ein Fahrrad im Weg stand oder eine Bahn zu spät kam.

Die Gründe dafür

Die meisten, die auf besagter Veranstaltung an der Diskussion darüber beteiligt waren, sind der Meinung, dass dies vor allem ein Berliner Problem sei. Bei ähnlichen Diskussionen unter digitalen Nomaden, denen ich in der Vergangenheit bereits gelauscht habe, wurde den Deutschen allgemein die Schuld dafür gegeben. Ich persönlich glaube jedoch, dass dieses Verhalten nicht nur in Berlin oder Deutschland, sondern allgemein überall auf der Welt – vor allem in größeren Städten – beobachtet werden kann. Folgende Gründe sehe ich dafür:

1. Viele Menschen sind „unbewusst“

Menschen mit dieser Leere in den Augen sind das, was ich als „unbewusst“ bezeichne: Sie haben vergessen, dass sie alleine die Verantwortung für ihr Leben haben und sind (vielleicht auch nur unbewusst) unzufrieden mit ihrem Leben. Sie wissen nicht, was der Sinn ihres Lebens ist und haben aufgehört, danach zu suchen. Stattdessen haben sie resigniert und sich in die Gesellschaft eingefügt. Sie wissen nicht mehr, dass sie mit einer Mission hierher gekommen sind und befinden sich in einer Art Dornröschenschlaf (mehr über das spirituelle Erwachen habe ich hier geschrieben).

2. Sie haben nie gelernt ihre Wunden zu heilen

Wir alle schleppen Ballast aus unserer Vergangenheit mit uns rum, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Jeder Mensch erlebt im Laufe seines Lebens Verletzungen und Traumas, die in unserem Unterbewusstsein abgespeichert werden und die bestimmen, wie wir in einzelnen Situationen reagieren. Stefanie Stahl bezeichnet das in ihrem sehr lesenswerten Buch „Das Kind in dir muss Heimat finden“* als unser inneres Kind, welches wir alle haben und das in vielen Situationen aus uns spricht, ohne dass wir uns darüber bewusst sind.

Die meisten „unbewussten“ Menschen haben nie gelernt, ihre alten Wunden, die oftmals schon in der Kindheit passiert sind, zu erkennen und zu heilen. Wenn nun jemand an diesen Wunden kratzt – auch wenn es eine völlig fremde Person ist – werden sie wieder aufgerissen und der Mensch unbewusst getriggert, weshalb er, von außen betrachtet, überreagiert.

3. Städte begünstigen es unbewusst zu sein

Ich persönlich glaube auch, dass Städte unbewusstes Verhalten begünstigen. Ein Grund dafür ist, dass in Städten die Natur und damit eine wichtige Möglichkeit zur Erdung fehlt. Nicht umsonst fahren die meisten Menschen zur Erholung raus aus der Stadt ins Grün, in die Berge oder ans Meer: Wir brauchen die Natur, um uns zu erden, überschüssige Energie loszuwerden und zur Ruhe zu kommen. In den Städten fehlt ganz einfach diese Möglichkeit, sich zwischendurch wieder mit der Natur und sich selbst zu verbinden.

Zweitens gibt es in Städten so viele Ablenkungen, dass es leicht ist, sich nicht mit sich selbst und seinem Inneren zu beschäftigen. Wo viele Menschen sind, gibt es zwangsläufig auch ein großes Angebot an Unterhaltungsmöglichkeiten. So verliert man sich ganz schnell im Außen, anstatt einmal nach innen zu blicken und zu entdecken, was dort so auf einen wartet.

Drittens werden wir stets von der Energie der Menschen rund um uns herum mitbeeinflusst. Da in Städten so viele Menschen aufeinandertreffen, herrscht auch eine starke kollektive Energie vor – die sich aus all der Energie eines jeden Einzelnen zusammensetzt. Je mehr Menschen eine negative Energie haben, umso negativer ist auch diese kollektive Energie, und umso schwieriger wird es für jeden einzelnen, positive Energie entgegenzusetzen: Das kannst du dir wie ein schwarzes Loch vorstellen, das alles rund um sich herum einsaugt. Da der Großteil der Menschen heute noch unbewusst ist, ist auch die kollektive Energie in Städten generell unbewusst, weshalb auch Leute, die eigentlich schon mit dem Erwachungsprozess begonnen haben, aber noch nicht stark genug in ihrer eigenen Energie sind, wieder mit runtergezogen werden.

Fazit

Ich gehöre zu denjenigen, die immer an das Gute im Menschen glauben. Daher denke ich auch nicht, dass die Welt wirklich so schlecht und die Leute so böse sind, wie sich das einige von uns einreden. Stattdessen beobachte ich, dass viele Menschen überall auf der Welt noch sehr unbewusst sind und nie gelernt haben, ihre eigenen Wunden zu erkennen und zu heilen, wodurch viel (unnötiger) Streit und Negativität entsteht. Doch gleichzeitig beobachte ich, wie sich immer mehr Menschen weltweit bewusst mit sich selbst, ihren Themen und Dingen wie Persönlichkeitsentwicklung und Spiritualität beschäftigen und bereit dazu sind, ihre eigenen Traumata zu verarbeiten. Je mehr es von Zweiteren gibt, umso stärker wird sich auch das kollektive Bewusstsein dahingehend bewegen. Darüber habe ich bereits in der Podcast Episode „Wieso Frieden und Schwingungserhöhung in deiner Verantwortung liegt“ gesprochen.

Was du dagegen tun kannst

Daher mein Tipp an dich: Mach einfach weiter damit, vor deiner eigenen Haustüre zu kehren und in deinem eigenen Leben und engen Umfeld aufzuräumen. Heile dich selbst und deine Beziehungen zu deinen Eltern, Geschwistern und deinem Partner. Verfolge deine Träume, bring dein Licht in die Welt und inspiriere durch dein Handeln andere in deinem Umfeld dazu, sich ebenfalls auf die Reise zu sich selbst zu begeben und bewusster mit sich selbst und anderen umzugehen. Denn jeder von uns kann andere anstoßen – gemeinsam können wir so einen Dominoeffekt auslösen und mehr und mehr Leute aufwecken.

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