So eignest du dir ein Growth Mindset an

In diesem Artikel habe ich bereits beschrieben, was man unter dem Begriff Mindset versteht und wieso dieses so wichtig ist. Darin habe ich auch das Konzept von Fixed Mindset vs. Growth Mindset angesprochen und erklärt, wieso das Growth Mindset anzustreben ist. Nun möchte ich dir meine Strategien mitgeben, wie ich es geschafft habe, meine Einstellung zu ändern und mir in vielen Bereichen ein Growth Mindset anzueignen.

Zur Erinnerung: Fixed Mindset vs. Growth Mindset

Wenn du meinen vorigen Artikel zum Thema Mindset nicht gelesen hast, empfehle ich dir, das jetzt kurz nachzuholen, bevor du weiterliest, da dieser Artikel darauf aufbaut.

Für alle, die den Artikel bereits gelesen haben, hier eine kurze Zusammenfassung, warum erfolgreiche Menschen ein Growth Mindset statt einem Fixed Mindset haben: Während Menschen mit einem Fixed Mindset davon ausgehen, dass Fähigkeiten ein Teil unserer Persönlichkeit sind und daher schneller aufgeben, wenn sie mit Schwierigkeiten konfrontiert sind, glauben Menschen mit einem Growth Mindset, dass man Fähigkeiten erlernen und entwickeln kann, indem man sich anstrengt, dazulernt und übt. Sie sehen Herausforderungen eher positiv entgegen, probieren verschiedene Lösungsansätze aus, lassen sich weniger schnell entmutigen und sehen Fehler als Chance auf Verbesserung an. Das Schöne daran ist, dass man sich ein Growth Mindset und den damit einhergehenden Drang sich ständig weiterzuentwickeln aneignen kann. Im letzten Artikel habe ich bereits beschrieben, dass dies durch die Beobachtung und Veränderung unserer Gedanken möglich ist. Nun möchte ich euch anhand konkreter Beispiele zeigen, wie das funktionieren kann.

Ersetze A mit B

Du weißt bereits, wie machtvoll unsere Gedanken und Worte sind und dass sie unsere Realität formen. Nehmen wir ein einfaches Beispiel: Stell dir vor, du nimmst an einem Experiment teil, bei dem du mit neun anderen Teilnehmern in einem Raum sitzt und Mathematikaufgaben lösen musst. Wer alle Aufgaben richtig löst, bekommt 1000 Euro dafür. Du strengst dich also an, aber die Aufgaben sind wirklich schwierig und gehen weit über dein Können hinaus. Du siehst aber, dass andere Teilnehmer bereits fleißig vor sich hin kritzeln. Wie reagierst du?

Menschen mit einem Fixed Mindset denken oder sagen gerne Sätze wie: „Ich war noch nie gut in Mathe“, „das ist zu schwierig“, „sie/er ist wohl viel intelligenter als ich“ oder „ich gebe auf – das funktioniert nicht“.

Hast du dich auch schon einmal dabei ertappt, in einer Stresssituation oder bei Überforderung so oder so ähnlich zu reagieren? Ich denke, wir alle kennen das. Leider aber helfen dir diese Gedanken oder Sätze nicht weiter. Weder wirst du mit dieser Einstellung der Lösung und damit den 1000 Euro näherkommen, noch wirst du dazulernen und beim nächsten Mal die Herausforderung besser meistern können.

Wie würden Menschen mit einem Growth Mindset reagieren? Da sie Herausforderungen lieben, würden sie einfach beginnen, die Aufgaben zu lösen, und so lange herumprobieren, bis sie zu einem Ergebnis kommen. Oder sie würden sich an die Teilnehmer wenden, die scheinbar mehr Ahnung haben, um sich Tipps zu holen und von ihnen zu lernen.

Wenn du in Zukunft zu den Leuten mit einem Growth Mindset gehören willst, kannst du das nächste Mal, wenn du in einer ähnlichen Situation bist, versuchen folgende Sätze A (wie: alte Sätze) mit den Sätzen B (wie: bessere Sätze) zu ersetzen:

A (alte Sätze) B (bessere Sätze)
Ich bin nicht gut darin. Ich versuche es so lange, bis ich es kann. / Ich hole mit Tipps von anderen, die das schon gut können, damit ich immer besser werde.
Das ist zu schwierig. Das ist eine Herausforderung, an der ich noch etwas dazulernen kann. / Wenn ich es alleine nicht schaffe, hole ich mir Hilfe.
Sie/er ist viel intelligenter als ich. Ich frage mich, wie sie/er das gelernt hat. / Ich beobachte, wie sie/er das macht, damit ich mir etwas abschauen kann.
Ich gebe auf. Das funktioniert nicht. Ich muss meine Strategie ändern und auf eine andere Art und Weise versuchen, es zu lösen.

The power of yet: Ich kann es noch nicht

Eine weitere Möglichkeit, dir ein Growth Mindset anzueignen, ist es, ein einziges Wort deinen Sätzen hinzuzufügen: Das Wort „noch“. Plötzlich ist die Mathematikaufgabe nicht zu schwierig für dich, sondern NOCH zu schwierig. Merkst du den Unterschied? Bezeichnest du etwas als „zu schwierig“, rutscht du automatisch ins Fixed Mindset. Die Aufgabe ist zu schwierig, du kannst sie nicht lösen – also bleibt dir nichts anderes übrig, als aufzugeben. Wenn etwas aber noch zu schwierig ist, bedeutet das, dass du die Aufgabe im Moment nicht lösen kannst – vielleicht weil dir noch das nötige Wissen fehlt, oder du noch nicht lange genug probiert hast. Du hast jedoch die Möglichkeit, daran zu arbeiten und sie zu einem späteren Zeitpunkt zu lösen! Ist das nicht gleich viel positiver?

In folgendem TedTalk erklärt die Motivationspsychologin Dr. Carol S. Dweck genau, was es mit dem kleinen Wort „noch“ beziehungsweise „yet“ im Englischen auf sich hat:

Fazit:

Du siehst also, es gibt einfache Methoden, wie du dir ein Growth Mindset aneignen kannst. Achte in Zukunft auf deine Sprache und Gedanken: Versuche Sätze, die einem Fixed Mindset entspringen, durch obengenannte Growth Mindset Sätze zu ersetzen und nutze die Macht des Wortes „noch“.

Hast du noch weitere Tipps, wie man sein Mindset hin zu einem Growth Mindset verändern kann?

Hier findest du noch einmal den ersten Artikel: Das richtige Mindset: Wieso es für Erfolg wichtig ist und wie du es veränderst

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