Persönlichkeitsentwicklung & Spiritualität: Wichtig für ein erfülltes Leben oder wären wir ohne glücklicher?

Persönlichkeitsentwicklung: wichtig für ein erfülltes Leben oder wären wir ohne glücklicher?

Müssen wir uns gezielt persönlich und spirituell weiterentwickeln, um ein erfülltes Leben zu haben? Oder wären wir ohne die ständige Suche nach unserer Berufung, Glück usw. in Wahrheit sogar glücklicher? Sollten wir nicht glücklich sein mit unserem Leben, so wie es ist, anstatt ständig nach mehr zu streben? Meine Gedanken dazu.

Wie es zu diesem Blogartikel gekommen ist

Vor kurzem hat jemand, nennen wir ihn Paul, in einer Gruppe Folgendes gepostet:

„Ich habe den Eindruck, je mehr ich mich mit den Themen Weiterentwicklung, Erfüllung, Selbstliebe, Beruf(ung), Stärken, Talente, Ziele, Glück, und Selbstverwirklichung beschäftige… umso öfter ertappe ich mich auch mal bei Gedanken, die ich früher so nicht hatte. Gedanken wie: lass mal gut sein. Geh arbeiten und verdiene Geld, statt über Berufung, Talente und womöglich sogar Kündigung nachzudenken. Das können junge Leute machen, die noch keine familiäre Verantwortung und finanzielle Verpflichtungen haben.

Und überhaupt: schau doch mal den Kurt und die Annerose an (Namen zufällig gewählt!). Die haben 2 Autos, ein schönes abbezahltes Haus mit Garten, machen Fernreisen und sind finanziell unabhängig – glaubst du, die träumen von Selbstverwirklichung und „Higher Self“? Er arbeitet seit 30 Jahren als leitender Angestellter, sie schmeißt den Haushalt und organisiert die Töpfergruppe im Landfrauenverein, und die sind auch glücklich. Ganz ohne Meditation, innere Traumreisen und Wishboard.

Kennt Ihr das?“

Oh ja, ich kenne das. Ziemlich gut sogar! So gut, dass ich mich dazu entschlossen habe, meine Gedanken dazu hier in diesem Blogartikel zu teilen. Denn ich bin mir sicher, dass es nicht nur Paul und mir manchmal so geht, sondern auch dir.

„Ich schmeiß das jetzt alles hin…“

Wie oft habe ich mir schon gedacht: „So, ich schmeiß die ganze persönliche und spirituelle Weiterentwicklung jetzt hin, hör auf Fragen zu stellen und lebe ab sofort so wie Kurt und Annerose“. Dann habe ich abends das Buch gegen eine Netflix Serie getauscht und morgens das Yoga gegen Ausschlafen. Und war glücklich – so für 2-3 Tage, vielleicht sogar mal 2-3 Wochen.

Aber spätestens dann wusste ich wieder, wieso ich dieses Leben hinter mir gelassen habe: Weil es mich irgendwann langweilt. Weil ich weiß, dass da noch so viel mehr in mir schlummert, das raus in die Welt will, um sie ein Stück weit besser zu machen. Weil ich etwas bewegen will und der Fahrer meines Lebensautos sein will und nicht nur der Beifahrer.

Von wegen „glücklich bis ans Lebensende“

Vielleicht hast du es selbst schon bemerkt: Persönliche und spirituelle Weiterentwicklung ist anstrengend. Denn im Gegensatz dazu, wie es von außen betrachtet oft aussieht, bedeutet es nicht den ganzen Tag lächelnd und völlig in deiner Mitte durch das Leben zu tanzen. Sondern es bedeutet dich deinen größten Ängsten zu stellen, tiefliegende Traumata und blockierende Glaubenssätze aufzudecken und aufzuarbeiten und das nicht nur einmal, sondern immer und immer wieder. Je weiter man in den Kaninchenbau hineinfällt, umso mehr wird einem klar, dass man da so schnell nicht wieder rauskommt. Hat man die rote Pille erst einmal genommen und die Matrix durchschaut, gibt es kein Zurück mehr.

Weiterentwicklung ist vor allem eins: Harte und lebenslange Arbeit an dir selbst. Da kann man schon einmal neidisch werden, wenn man Kurt und Annerose sieht, die davon scheinbar noch nie gehört haben und auch ohne ganz glücklich sind mit ihrem Leben. Und deren Leben sogar noch um einiges einfacher aussieht als sein eigenes, obwohl man doch scheinbar so bewusst und selbstbestimmt lebt und den ganzen Tag glücklich sein sollte!

Wie rosig die Alternative wirklich ist

Aber sind Kurt und Annerose denn wirklich so viel glücklicher? Vielleicht ja. Vielleicht ist das Leben, so wie sie es leben, genau das Richtige für die beiden. Denn ich glaube fest, dass man sich nicht aktiv mit persönlicher Weiterentwicklung beschäftigen muss, um ein glückliches und erfülltes Leben zu führen. Denn wir Menschen entwickeln uns ohnehin ständig weiter und sind ein Leben lang hier auf der „Schule Erde“. Nicht jeder muss unbedingt meditieren und „spirituell erleuchtet“ sein, um seinen Seelenplan zu erfüllen oder glücklich zu sein.

Allerdings können wir auch nicht in Menschen hineinschauen. Vielleicht denken sich Kurt und Annerose insgeheim ja „So wie die Anna würde ich auch gerne leben – die traut sich was und erfüllt sich ihre Träume einfach“. Und/oder sie denken sich am Ende ihres Lebens „Hätte ich doch mal…“ Für mich persönlich ist das der schlimmste Gedanke: Am Ende meines Lebens zu bereuen, etwas nicht getan zu haben.

Wieso ich mir so sicher bin, dass persönliche Weiterentwicklung mein Weg ist

Vor ein paar Jahren habe ich das erste Mal eine leise Stimme in mir wahrgenommen. Eine Stimme, die gesagt hat: „Das was du im Moment machst ist zwar ganz okay, aber noch nicht „wow“. Da wartet noch viel mehr auf dich da draußen. Etwas, was genau deins ist, wofür du brennst und womit du die Welt ein Stück weit besser machen kannst. Such weiter! Hinterfrage deine Programmierungen und Glaubenssätze und löse dich von ihnen. Lass los, was sich noch nicht zu 100% richtig und nach „wow“ anfühlt“

Damals habe ich auf diese Stimme gehört und meinen Job gekündigt, ohne zu wissen was danach kommt. Und ich bin losgegangen und habe alles in meinem Leben hinterfragt: Meinen Wohnort, meine Hobbies, meine Freunde, meine Gesundheit, meine Beziehung, meine Weltsicht,… Ich habe jeden meiner Lebensbereiche einzeln betrachtet und mich gefragt: Ist das schon ein „wow“? Oder wartet da draußen noch etwas Besseres auf mich? Das war mein Start in die bewusste persönliche und spirituelle Weiterentwicklung.

Heute kann ich sagen: Für alles, wovon ich mich schmerzhaft und unter Tränen gelöst habe, weil es noch nicht „wow“ sondern nur „ganz gut“ war, ist etwas viel, viel Besseres in mein Leben gekommen. Und aus diesem Grund zweifle ich nun die Stimme in mir nicht mehr an, wenn sie  sagt: „Das hier ist noch nicht das Richtige. Such weiter!“ Weil sie immer Recht hatte.

Ich habe gelernt, diese innere Stimme (meistens) von anderen Stimmen, die von außen kommen und sich durch jahrelange Überzeugungen in mir eingebrannt haben oder mich nur in meiner Komfortzone halten möchten, zu unterscheiden. Und ihr zu folgen. Aber an diesen Punkt zu kommen war (und ist noch immer) harte Arbeit.

Heute ist mein Leben so viel bunter und voller Emotionen (Höhen, aber auch Tiefen, beides gehört zum Menschsein dazu) als noch vor ein paar Jahren, als ich noch nichts von all dem wusste und so wie Kurt und Annerose gelebt habe und nach außen hin glücklich erschien (und das sogar von mir selbst dachte), aber mich immer wieder still und heimlich in ruhigen Momenten gefragt habe, ob das wirklich alles ist im Leben.

Wie du erkennst, was dich glücklich macht

Wie aber weißt du, welches Leben dich wirklich glücklich macht – das von Kurt und Annerose oder doch ein anderes?

Meine Antwort steckt schon in meiner Geschichte: Deine innere Stimme ist der Schlüssel. Ich habe bereits in dem Artikel „Wie es dir gelingt auf dein Herz zu hören“ geschrieben, wie du diese innere Stimme, auch Intuition oder Bauchgefühl genannt, von all den anderen Stimmen in dir unterscheidest und wieder lernst auf dein Herz zu hören. Denn dein Herz kennt die Antwort.

Wenn du tiefer in das Thema einsteigen möchtest, empfehle ich dir übrigens mein Buch „Traumleben: Die Route wird berechnet“.  Darin lernst du, wie du erkennst, was dich wirklich glücklich macht, und deine Träume in 3 Schritten erreichst.

Traumleben: Die Route wird berechnet Buch

Höher, schneller weiter… Wie viel ist zu viel?

In Pauls Post lese ich jedoch mehr raus als nur die Frage, ob ein Leben ohne aktive persönliche Weiterentwicklung einfacher ist als ein Leben mit. Ich lese auch heraus: Was, wenn uns diese ständige Suche nach Erfüllung, unserer Berufung, Glück usw. in Wahrheit sogar unglücklich macht? Ob man nicht glücklicher wäre, wenn man aufhört zu suchen? Was, wenn es im Leben gar nicht darum geht, nach mehr Glück und einem besseren Leben zu streben, sondern darum glücklich und zufrieden zu sein mit dem Leben, das wir haben?

Und ich möchte ehrlich sein zu dir: Ich glaube, dass Paul damit einen wunden Punkt der Persönlichkeitsentwicklungsszene trifft. Denn ich denke tatsächlich, dass diese ständige Suche und Selbstoptimierung unglücklich machen kann.

Ich kenne selbst Menschen, die sich darin verrannt haben und ich beobachte auch immer wieder, wie jemand aufhört, kritisch zu sein und seinen Verstand und sein Herz zu benutzen und stattdessen selbsternannten „Gurus“ oder „Erwachten“ blind folgt. Mehr darüber habe ich in diesem Artikel geschrieben: „Wieso du dich NICHT intensiv mit Spiritualität beschäftigen sollst“.

Wie bei allem im Leben gilt: Die Dosis macht das Gift und alles kann zu extrem betrieben werden, auch persönliche Weiterentwicklung. Dabei geht es bei persönlicher und spiritueller Weiterentwicklung meiner Meinung nach im Kern um zwei Dinge:

1. Die Stimme deines Herzens wieder zu hören

Für mich ist persönliche und spirituelle Weiterentwicklung nicht Yoga, Meditation, Journaling, Breathwork, Morgenroutine, Ziele setzen, sein Unterbewusstsein programmieren, Biohacking,… All das sind nur Werkzeuge, die du nutzen kannst, um dich gezielt weiterzuentwickeln, Glaubenssätze aufzudecken und mehr zu deinem inneren Kern vorzudringen und dich wieder mit dir selbst und der Stimme in dir zu verbinden. Nutzen kannstnicht musst!

Persönliche Weiterentwicklung ist kein Wettbewerb und soll bitte nicht in Stress ausarten! Im Grunde geht es nicht darum, noch mehr Schichten aufzutragen, uns selbst zu disziplinieren und uns selbst dafür zu verurteilen, wenn wir einmal morgens keine Zeit zum Meditieren hatten oder mal nicht nur voller Freude und Liebe sind, sondern voller Wut und Selbstzweifel. Sondern es geht darum, Schichten abzulegen, die wir selbst, unsere Eltern und die Gesellschaft uns im Laufe unseres Lebens aufgetragen haben, um Stück für Stück wieder zu uns selbst zu werden. Und wieder Zugang zu unserer inneren Stimme zu bekommen, die ganz genau weiß, was gut für uns ist.

2. Den Mut zu fassen, dieser Stimme zu folgen

Der zweite Punkt, bei dem persönliche und spirituelle Weiterentwicklung uns helfen kann, nachdem wir die Stimme unseres Herzens wieder hören, ist: Den Mut zu fassen, dieser Stimme auch zu folgen.

Als ich damals bei Tony Robbins in New York über glühende Kohlen gelaufen bin, ging es nicht vordergründig darum, „cool“ und „verrückt“ zu sein und danach eine tolle Geschichte zu erzählen zu haben. Nein, es ging darum, dass ich heute sagen kann, wenn ich vor einer schwierigen Entscheidung in meinem Leben stehe: „Hell yeah, ich bin schon durch Feuer gegangen und am anderen Ende unversehrt wieder rausgekommen – was soll mir das nun schon anhaben?“

Der Stimme deines Herzens zu folgen ist nicht immer leicht. Denn dein Herz flüstert dir manchmal Dinge zu, von denen du weißt: Wenn du das tust, wirst du jemanden verletzen, wahrscheinlich auf Unverständnis bei deinen Liebsten stoßen und du musst dein bequemes Leben für eine Weile hinter dir lassen und einen großen Schritt aus deiner Komfortzone machen. Du musst springen, ohne zu wissen, wie weit du fallen wirst. Und das ist verdammt furchteinflößend!

In solchen Momenten ist es gut, wenn du eine Tony Robbins Geschichte oder Ähnliches hast, an die du dich erinnern und dir selbst sagen kannst: „Anna, du hast vielleicht eine Scheißangst davor, durch dieses Feuer zu gehen. Aber es ist nicht das erste Feuer, durch das du gehst, und höchstwahrscheinlich auch nicht das Letzte. Und bisher hat es sich jedes Mal noch gelohnt. Also lauf los!“ Diese Heldengeschichten aus dem eigenen Leben hat jeder von uns. Wo wir uns im Nachhinein denken „was für ein Badass ich doch war, dass ich das gemacht und überlebt habe!“ Gezielte persönliche und spirituelle Weiterentwicklung kann uns dabei helfen, diese Geschichten entweder zu schreiben oder aus unserer Vergangenheit zu entwickeln. (Meine Tony Robbins Geschichte kannst du übrigens in diesem Artikel nachlesen).

Fazit: Schmeiß ich persönliche Weiterentwicklung jetzt hin oder nicht?

In Wahrheit ist es das, worauf dich all die Seminare, Bücher, Kurse, Podcasts usw. vorbereiten: Darauf, wieder du selbst zu sein, deine innere Stimme freizuschaufeln und ihr zu folgen. Denn sie weiß ganz genau, was dich glücklich macht. Und wenn ich dafür die Extrameile gehen muss und nach 15 Stunden Rumgehüpfe mit Tausenden von Menschen über glühende Kohlen laufen muss, anstatt mit Kurt und Annerose gemütlich vor dem Fernseher zu sitzen, dann muss ich das eben machen. So lange, bis ich diese innere Stimme wieder klipp und klar höre und ihr aufs Wort folge. Damit ich mir am Ende meines Lebens nicht eingestehen muss: „Hätte ich doch mal lieber was riskiert und nicht den bequemsten Weg genommen“.

Denn wir alle haben so in dieser Form nur dieses eine Leben. Ich weiß, dass ich nicht aus Zufall hierhergekommen bin, sondern eine Aufgabe hier habe. Und ich bin sowas von bereit, diese zu erfüllen – egal, durch wie viele Feuer ich dafür gehen muss!

Wenn ich heute mal wieder das Gefühl habe, ich wäre lieber so wie Kurt und Annerose, dann lasse ich meine täglichen Routinen einfach mal sausen und mache „Netflix & Chill“, so wie „normale“ Menschen. Denn ich weiß, dass ich mich spätestens nach ein paar Tagen wieder an das erinnere, was ich in diesem Artikel aufgeschrieben habe. Und dann bin ich wieder voller neuer Energie und Motivation für all die Abenteuer, die mein Herz heimlich schon wieder plant. Und dann bin ich bereit dafür, mich Hals über Kopf ins Feuer zu stürzen.

Jetzt bist du dran! Wofür entscheidest du dich? Nimmst du die rote oder die blaue Pille? Gehst du durch das Feuer oder rufst du die Feuerwehr? Bist du Kurt und Annerose oder nicht?

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