Wieso du dich NICHT intensiv mit Spiritualität beschäftigen sollst

Wieso du dich NICHT intensiv mit Spiritualität beschäftigen sollst

Moment mal, hat sie das gerade wirklich geschrieben? Sonst labert sie auf ihrem Blog von nichts anderem, und plötzlich sollte man sich nicht mehr mit Spiritualität beschäftigen? Ja, du hast richtig gelesen. Dieser Artikel ist ein Aufruf gegen das ganze meditieren, achtsam sein und zur besten Version von dir selbst werden.

Was ist eigentlich Spiritualität?

Vor einiger Zeit habe ich bereits in dem Artikel „Persönlichkeitsentwicklung vs. Spiritualität“ geschrieben, was ich unter Spiritualität verstehe. Und zwar meine ich damit nicht eine konkrete Religion, sondern die allgemeine „New Spirituality“ Bewegung, die in den letzten Jahren immer stärker wurde. In der es darum geht, dass wir alle spirituelle Wesen sind, die gerade eine körperliche Erfahrung machen. Dass wir alle so viel mehr sind als unser Verstand und unser Körper, und dass wir tief in uns wissen, dass wir alle eins sind und jeder Mensch eine ganz bestimmte Aufgabe auf der Erde zu verrichten hat. Und dass wir bestimmte Gesetze des Universums erkennen und für uns nutzen können – beispielsweise das Gesetz der Anziehung.

Wieso ist das etwas Schlechtes?

Jeder, der diesen Blog verfolgt, weiß, dass ich ein Anhänger dieser Bewegung bin. Vieles, das ich auf meinem Blog so hoch lobe – sei es meditieren, manifestieren oder bestimmte Bücher zu lesen – lässt sich unter dem Begriff Spiritualität einordnen oder wird von der „New Spirituality“ Bewegung zumindest auch praktiziert.

Als ich diesen Artikel „Wieso du dich NICHT intensiv mit Spiritualität beschäftigen sollst“ genannt habe, habe ich – zugegeben – etwas übertrieben. Ich begrüße es sehr, dass sich heute immer mehr Menschen intensiv damit auseinandersetzen – was an und für sich ja überhaupt nichts Schlechtes ist. Aber während die intensive Beschäftigung mit Themen aus der Spiritualität bei den meisten Menschen sehr positive Auswirkungen hat, beobachte ich auch immer mehr Leute, wo die Spiritualität schon beinahe zu einer Besessenheit wird und bei denen ich mich frage: Ist das überhaupt noch Sinn und Zweck der Sache? Wie bei allem im Leben finde ich kann man es auch mit der Spiritualität übertreiben. Daher möchte ich dir hier Ratschläge geben, ab wann dem Thema meiner Meinung nach ein zu hoher Stellenwert beigemessen wird.

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Ab wann Spiritualität ungesund wird

1. Wenn du dadurch deine Eigenverantwortung abgibst

Etwas, das ich ganz häufig bei sogenannten spirituellen Menschen beobachte ist, dass sie durch den Glauben an etwas Höheres ihre Eigenverantwortung abgeben. Da sie fest davon überzeugt sind, dass sie von Gott, dem Universum, ihren spirituellen Führern oder wem auch immer geleitet werden, sehen sie gar keine große Notwendigkeit, beruflich Vollgas zu geben oder um eine Beziehung zu kämpfen: Denn alles im Leben kommt ja ohnehin so, wie es sein soll. Wenn es im Job nicht vorangeht oder sie verlassen werden, dann ist das eben so vorherbestimmt – sie würden nie auf die Idee kommen sich zu fragen, ob sie vielleicht einfach zu wenig an ihren beruflichen Fähigkeiten oder an der Beziehung gearbeitet haben.

Auch ich glaube, dass unser Leben in gewisser Weise gelenkt wird und dass alles einen Grund hat. Ich glaube aber auch, dass es unsere Aufgabe ist, unser Leben aktiv zu gestalten und alles in unserer Macht Stehende zu tun, um im Job besser zu werden und eine glückliche Beziehung zu führen, anstatt alle Verantwortung an etwas Höheres abzugeben und sich auf die faule Haut zu leben.

Zu diesem Punkt zählen übrigens auch Menschen, die vor jeder Entscheidung ihren Heiler oder ihre Astrologin befragen müssen. In wichtigen Dingen ist das ja vollkommen legitim, wenn ich aber auf kein Date mehr gehen oder keinen Vertrag mehr unterschreiben kann, ohne mir vorher von jemanden den spirituellen Hintergrund dafür checken zu lassen, fällt das für mich ebenfalls unter die Kategorie „zu viel Eigenverantwortung abgegeben“.

2. Wenn du dabei die Gesetze unserer materiellen Welt vergisst

Ja, der Glaube an etwas Höheres und daran, dass es mehr Realitäten gibt als diejenige, die wir alle wahrnehmen, kann sehr bereichernd sein. Und wenn man einmal erlebt hat – sei es bei der Meditation, einer Zeremonie, einer Nahtoderfahrung oder sonstigem – dass wir ein spirituelles Wesen sind, das gerade eine materielle Erfahrung macht, dann ist es nur verständlich, dass wir uns danach sehnen, noch mehr über diese „andere“ Welt herauszufinden und noch tiefer darin einzutauchen. Doch was wir darüber nicht vergessen dürfen ist, dass wir immer noch in der materiellen Welt leben und dass hier gewisse Gesetze gelten. Ein Beispiel dafür ist, dass unser materieller Köper Nahrung braucht, um zu überleben. Wenn du nicht gerade ein total abgefahrener spiritueller Lehrer bist, der sich von Lichtnahrung ernähren kann, dann gilt dieses Gesetz für dich auch noch, wenn du angefangen hast dich mit Spiritualität zu beschäftigen. Man möchte es nicht glauben, aber es gibt tatsächlich Menschen, die irgendwann den Punkt erreichen, an dem sie das kurzzeitig vergessen.

3. Wenn du dabei deine Lebensaufgabe vergisst

Genau wie in allem anderen kann man sich auch in der Spiritualität verlieren. Wie ich bereits geschrieben habe tauchst du damit plötzlich in eine völlig neue Welt ein, die dich verständlicherweise fasziniert und über die du nun so viel wie möglich erfahren willst. Und je weiter du eintauchst, umso mehr stellst du fest, wie vieles es da draußen eigentlich noch gibt, das wir nicht wissen. So passiert es schnell, dass man von Kurs zu Kurs, von Seminar zu Seminar und von Heiler zu Heiler rennt, um noch mehr zu lernen – darüber hinaus aber kurzzeitig seine Lebensaufgabe vergisst. Denn jeder von uns hat eine gewisse Aufgabe hier zu erfüllen, auch wenn nur sehr bewussten Menschen davon wissen. Es kann sein, dass diese Lebensaufgabe voraussetzt, dass du in gewisse Themen der Spiritualität eintauchst. Vielleicht gehört es auch zu deinen Aufgaben, damit andere Menschen zu heilen. Doch möglicherweise war der Sinn und Zweck deines Abstechers in die Spiritualität einfach nur, dass du dir wieder bewusst wirst, dass du eine Lebensaufgabe hast und dich dieser wieder annäherst. Dann solltest du aufpassen, dass du dich nicht von dem Thema Spiritualität erst recht wieder davon ablenken lässt.

4. Wenn du deine Ergebnisse nicht in der materiellen Welt realisieren kannst

Der Klassiker: Spirituelle Gurus und Lehrer, die Bücher schreiben, Vorträge vor hunderten von Menschen halten und mega erleuchtet wirken – aber selber in der materiellen Welt nicht klarkommen. Das, was sie lehren, mag zweifellos sehr weise sein und auch tausenden von Menschen bereits geholfen haben. Wenn ich dann jedoch sehe, dass ihr eigenes Leben Chaos pur ist – sei es, dass sie in ihrer eigenen Familie nie aufgeräumt haben oder Probleme damit haben, mit ihrem Herzensprojekt ihren Lebensunterhalt zu verdienen, dann frage ich mich oft: Hat dieser Mensch eigentlich verstanden, worum es in der Spiritualität geht? Meiner Meinung nach gibt es nämlich genau einen Sinn und Zweck dafür, dass uns gewisse Themen der Spiritualität offenbart werden: Dass wir die Erkenntnisse daraus nutzen, um sie in unserer materiellen Welt zu manifestieren – zum Wohle von uns selbst und anderer.

5. Wenn du dich von „spirituellen Dingen“ abhängig machst

Zum Schluss möchte ich noch mit einem Mythos aufräumen: Dem Mythos, Spiritualität habe etwas mit Räucherstäbchen, Kristallen, Tarotkarten oder anderem Hokuspokus zu tun. Ja, all diese Dinge können dabei helfen, dich mit dir selbst und deiner spirituellen Seite zu verbinden. Doch nichts davon ist wirklich notwendig dafür. Eine meiner Haupterkenntnisse aus der Spiritualität ist: Alles, was du brauchst, steckt bereits in dir. Du musst nur in dich hineinhören – und dafür musst du weder den Raum mit Räucherstäbchen vernebeln, noch dein Schlafzimmer mit Bergkristallen und Rosenquarz auslegen, sondern einfach nur die äußere Welt still werden lassen.

6. Wenn das Ganze zu extrem wird

Ja, ich bin ein Fan von Morgenroutinen. Und ja, ich verstehe es, wenn man sich aus ethischen Gründen vegan ernähren möchte, damit kein Tier für einen leiden muss. Aber wenn man seinen Tag nicht mehr starten kann, ohne davor drei Stunden meditiert, Tagebuch geschrieben und Yoga gemacht zu haben oder wenn man einen kompletten Nervenzusammenbruch bekommt, weil man versehentlich Nudeln mit Eiern gegessen hat, finde ich sollte man sich fragen, ob man das Ganze nicht etwas zu weit treibt.

Alles, was dir hilft deinen Alltag zu bewältigen und dich glücklich macht darf sein – aber wenn du dich so sehr in etwas hineinsteigerst, dass es anders gar nicht mehr geht und dich deine Rituale oder Überzeugungen im Alltag behindern oder einschränken, finde ich, solltest du hinterfragen, ob dies noch Sinn und Zweck der Spiritualität ist. Denn so wie ich das verstanden habe, will uns Spiritualität dabei helfen, ein lockeres und glückliches Leben zu führen.

Daher: Genieße dein Leben! Hab Spaß! Tu, was du für Richtig hältst, aber schränke dich nicht zu sehr ein. Und vor allem. Nimm das Leben nicht so ernst – du kommst sowieso nicht lebend da raus 😉

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