Wann sich eine Beziehung lohnt (und wann nicht): Thema Beziehungen – Teil 3

Wann sich eine Beziehung lohnt (und wann nicht): Thema Beziehungen – Teil 3

Wir können uns nicht immer aussuchen, in wen wir uns verlieben. Aber wir können uns bewusst dafür entscheiden, mit wem wir eine Beziehung eingehen, und mit wem nicht. In diesem Artikel habe ich mir ein paar (ganz unromantische) Gedanken dazu gemacht, wann sich eine Beziehung aus meiner Sicht lohnt – und wann nicht.

Rückblick: Teil 1 und Teil 2

Dieser Artikel ist Teil 3 meiner Artikelserie zum Thema Beziehungen. Wenn du die ersten beiden Teile verpasst hast, kannst du sie hier nachlesen:

Darin geht es um Liebe vs. Beziehungen, darum, ob jeder Mensch in einer glücklichen Beziehung sein kann und wozu wir Beziehungen überhaupt brauchen.

Darin geht es um bedingungslose Liebe, darum, ob es so etwas wie den/die Richtige(n) für uns gibt und was es mit sogenannten Dualseelen oder Seelenverwandten auf sich hat.

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Der perfekte Partner vs. der perfekte Spiegel

Herangehensweise 1: Das perfekte Gegenstück suchen

Disney & Co. sind schuld daran, dass wir heutzutage viel zu hohe Ansprüche an unseren Traumprinzen bzw. unsere Traumprinzessin haben. Unsere ersten partnerschaftlichen Erfahrungen sind meist davon geprägt jemanden zu finden, der „perfekt“ zu uns passt. Nicht selten haben wir eine regelrechte Checkliste im Kopf, auf der wir beim ersten Date imaginär abhaken, was uns wichtig ist. Größer als wir – check. Respektvoller Umgang – check. Reiselustig – check… Wenn wir dann glauben, den idealen Partner gefunden zu haben, setzen wir oftmals schnell die rosarote Brille auf. Wir sind verliebt und stellen den/die andere(n) auf einen Schemel: Alles am anderen ist perfekt, wir können kaum genug Zeit miteinander verbringen und schweben auf Wolke sieben.

Früher oder später stellen wir dann jedoch fest, dass auch diese scheinbar perfekte Person nicht pausenlos unseren Ansprüchen gerecht werden kann. Wir beginnen, Seiten am anderen wahrzunehmen, die uns vorher nicht gestört haben oder nicht aufgefallen sind, die uns aber plötzlich sauer aufstoßen. Oftmals kommen dann Zweifel hoch: Passt der/diejenige wirklich so perfekt zu mir? Oder ist es einfach noch nicht der/die Richtige und ich sollte mich trennen und mein Glück mit jemand anders versuchen?

Viele, die diese Herangehensweise an die Partnerwahl haben, hüpfen von einer Beziehung in die nächste, da sie bei den ersten auftretenden Schwierigkeiten lieber das Weite suchen, im Glauben daran, noch nicht den/die Eine(n) gefunden zu haben und lieber weitersuchen, als gemeinsam mit ihrem Partner am Problem zu arbeiten und nach einer Lösung zu suchen.

Herangehensweise 2: Den Partner als Spiegel und Möglichkeit des Wachstums sehen

Eine weitere Herangehensweise an die Partnerwahl ist, nicht nach dem perfekten Partner zu suchen, der uns erfüllt und glücklich machen muss, sondern nach einem Partner, mit dem wir eine Beziehung eingehen können, die uns die Möglichkeit des persönlichen Wachstums gibt. Ich beobachte gerade einen großen Trend zu dieser Herangehensweise an Beziehungen in der Persönlichkeitsentwicklungsszene bzw. Spiritualität: Unser Partner wird als unser Spiegel angesehen, der uns unsere eigenen Verletzungen und unbewussten Themen aufzeigt. Sobald es in einer Partnerschaft zu einem Konflikt kommt, wir uns an einer Eigenschaft des anderen stören oder Zweifel an der Beziehung haben, hat das im Grunde gar nichts mit unserem Partner an sich zu tun, sondern vielmehr mit unseren eigenen (Kindheits)Erfahrungen, die noch nicht aufgearbeitet wurden. Wer diese Herangehensweise an das Thema Beziehungen hat, kann gewissermaßen mit jeder Person eine Partnerschaft eingehen, da es nicht so sehr auf die andere Person ankommt, sondern auf unsere eigene Bereitschaft an der Beziehung und möglichen Konflikten zu wachsen. Viele Selbstliebebücher, die gerade die Bestsellerlisten anführen, oder Beziehungsratgeber wie z.B. „Liebe dich selbst und es ist egal wen du heiratest“*, bestätigen diesen Trend.

Die Mischung macht’s

Wie immer sehe ich die Wahrheit irgendwo dazwischen: Ich denke, die perfekte Herangehensweise an die Partnerwahl ist eine Mischung aus sowohl der ersten, als auch der zweiten Herangehensweise. Ja, auch ich glaube, dass das große Geschenk einer Beziehung darin liegt, dass unser Partner uns den Spiegel vorhält und wir dadurch alte Wunden erkennen und heilen können. Auch bin ich kein Fan davon, Beziehungen vorschnell zu beenden sobald ein Konflikt auftaucht und sich in eine neue Beziehung zu stürzen. Ich denke, dass dies allenfalls zur Folge hat, dass das Problem hinausgezögert wird, der Konflikt früher oder später aber auch in der neuen Partnerschaft auftauchen wird. Gleichzeitig glaube ich aber auch, dass es richtig und wichtig ist, gewisse Wünsche und Erwartungen an unseren Lebenspartner zu haben. Möglicherweise kann man mit jedem Menschen glücklich werden – ich denke aber, dass es mit manchen Menschen, die mit unserer Persönlichkeit, unseren Interessen und Werten harmonieren, viel einfacher sein kann. Auch ich habe eine Checkliste mit Punkten, die mein Partner erfüllen soll. Dazu gehören vor allem charakterliche Eigenschaften und Einstellungen. Tatsächlich bin ich sogar der Meinung, dass man mit Hilfe des Gesetzes der Anziehung den perfekten Partner manifestieren kann! Dafür ist es aber notwendig, eine genaue Vorstellung davon zu haben, was bzw. wen man überhaupt anziehen möchte. Das hat meiner Ansicht nach nichts mit „wählerisch“ oder „unrealistisch“ sein zu tun, sondern damit, aktiv sein Leben zu erschaffen. Mehr darüber kannst du in meiner Artikelserie zum Gesetz der Anziehung erfahren.

Das Geheimnis liegt meiner Meinung nach darin, jemanden zu finden, der unsere Wünsche perfekt erfüllt – und sich dann auf das Abenteuer des gemeinsamen Wachstums einzulassen.

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Die Formel für funktionierende Beziehungen: K + A < O

Zum Schluss möchte ich noch eine simple Formel mit euch teilen, die im Grunde alle unseren täglichen Entscheidungen zu erklären vermag. Tatsächlich kommt diese Formel aus dem Buch „The Big Five for Life“* von John Strelecky und wurde dort im Businesskontext verwendet. Stefan Müller hat mich jedoch vor Kurzem bei einem Vortrag darauf gebracht, dass diese Formel genauso für Beziehungen gilt: K + A < O. Ausgeschrieben: Kosten (K) + Aufwand (A) müssen zusammen kleiner sein als der Output (O).

Übersetzt für Beziehungen heißt das nichts anderes als: Die Kosten, die ich für eine Beziehung habe (aufgeben meines Lebens als Single, weniger Zeit für Freunde und Hobbies,…) und der Aufwand, den ich dafür betreibe, muss kleiner sein als das, was mir die Beziehung gibt. Stefan hat dazu das Beispiel der Entscheidung gebracht, ob es sich lohnt, eine Fernbeziehung zu führen: Eine Fernbeziehung ist sowohl mit Kosten (z.B. für Flugtickets) als auch mit Aufwand (Urlaubsantrag stellen, lange Distanzen fliegen, dafür andere Dinge vernachlässigen,…) verbunden. Doch solange der Output – also die Beziehung, das Gefühl, das ich habe, wenn ich mit meinem Partner dann zusammen bin, die gemeinsame Zukunft die wir planen,… – größer ist als diese Kosten und der Aufwand, lohnt sich die Beziehung.

Wenn wir diese einfache Formel auf unsere Beziehung aufwenden, wird uns vielleicht einiges klar werden. Tatsächlich macht sie alle Ausreden, die wir – oder andere – bisher hatten, wieso eine Beziehung keinen Sinn macht, überflüssig. Denn egal, welcher Grund auch immer vorgeschoben wird – sei es eine große Distanz, eine aktuell stressige Lebensphase oder etwas ganz anderes – im Grunde geht es immer wieder auf diese Formel zurück: Wenn wir keine Beziehung eingehen wollen, dann ganz allein deshalb, weil wir den Output aus der Beziehung als nicht größer ansehen als die Arbeit, die wir reinstecken und die Dinge, auf die wir deshalb vielleicht verzichten müssten. Knallhart gesagt: Dann ist es uns diese Beziehung einfach nicht wert. Und im Grunde geht es doch, ganz unromantisch formuliert, bei der Partnerwahl genau darum: Eine Person zu finden, die es wert ist, an unserer Seite zu gehen – und die dasselbe auch über uns denkt. Oder etwa nicht?

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