Wieso Momente des Zweifelns wertvoll sind und ob bei mir immer alles easy ist (Teil 1)

Wieso Momente des Zweifelns wertvoll sind und ob bei mir immer alles easy ist

Vor kurzem wurde ich in einem Podcast-Interview gefragt, ob ich auch irgendwann Momente habe, in denen ich alles in Frage stelle und woher ich das Vertrauen nehme, dass alles, was ich mache, richtig ist. Da mich diese Frage auch über das Interview hinaus zum Nachdenken gebracht hat, habe ich mich dazu entschlossen, ein zweiteilige Blogartikel-Serie daraus entstehen zu lassen.

Ist bei mir immer alles easy?

Vor kurzem sagte jemand zu mir: „Wenn man deinen Blog liest oder deinen Podcast hört, dann schaut bei dir alles immer so easy aus“

Es ist schon interessant, wie weit Fremd- und Selbstwahrnehmung oftmals auseinandergehen. Denn ich könnte viele Wörter benutzen, um meinen Lebens-Roadtrip der letzten zwei, drei Jahre zu beschreiben, aber „easy“ gehört definitiv nicht dazu. Denn auch, wenn am Ende immer alles irgendwie gut ausgegangen ist und oftmals sogar noch besser gekommen ist, als ich es geplant hatte, läuft in meinem Leben bei weitem nicht alles glatt. Ja, auch ich stehe immer wieder vor Herausforderungen – so wie wir alle. Auch ich habe Tage, manchmal sogar Wochen, an denen ich mich selbst und die ganze Welt hasse und mich am liebsten den ganzen Tag im Bett verkriechen würde.

Wieso wirkt alles so easy bei anderen?

Woran also liegt es, dass meine Leser und Hörer dein Eindruck haben, bei mir ist immer alles easy? Ich muss ganz ehrlich zugeben: Weil ich das, was gut läuft, einfach viel exzessiver teile als das, was schlecht läuft. Einerseits ist das wohl menschlich, dass man seine Tiefs und Niederlagen weniger gerne breittritt, als seine Hochs. Und andererseits mache ich das auch ganz bewusst so: Manches teile ich nicht, weil ich einzelne Dinge aus meinem Privatleben gerne privat halten und nur den Menschen erzählen möchte, von denen ich auch will, dass sie es wissen.

Aber viel öfter ist der Grund, warum ich meine Tiefs nicht in dem Moment mit euch teile folgender: Alles, was ich teile, soll euch inspirieren und einen Lösungsansatz geben für diejenigen, die sich vielleicht in der gleichen Situation wiederfinden. Wenn ich mich aber selbst in einem Tief und mitten in einem Lernprozess befinde, dann habe ich diesen Lösungsansatz noch nicht gefunden. Daher sehe ich auch keinen Sinn, es mit euch zu teilen – da ich nicht einfach nur jammern und negative Stimmung verbreiten will, sondern einen Mehrwert bieten. Habe ich dann für mich die Lösung gefunden, befinde ich mich wieder im Hoch – und teile auch meine Erfahrungen der letzten Wochen oder Monate mit euch. Dann jedoch bin ich bereits einen Schritt weiter, wodurch ihr vielleicht das Gefühl habt, dass ja „alles easy“ war. Beispiele dafür könnt ihr zum Beispiel hier, hier oder unter meinen Instagram-Bildern nachlesen.

Zweifelst du eigentlich auch mal an deinen Entscheidungen?

Auf obrigen Satz folgte dann im Interview die Frage: „Gibt es bei dir überhaupt Momente des Zweifelns?“

Meine Antwort darauf: Ja, klar! Natürlich habe ich Momente, in denen mich Zweifel überkommen. In denen ich mich frage: Schaffe ich das, was ich mir vorgenommen habe? Bin ich dafür gut genug? Interessiert das überhaupt jemanden, was ich da schreibe?

Besonders stark war diese Stimme am Anfang, als ich meinen Job gekündigt habe und noch nicht genau wusste, was danach kommen würde. Aber auch heute noch meldet sie sich regelmäßig, vor allem dann, wenn wieder ein neues Projekt ansteht oder ich einen Artikel oder eine Podcast-Episode veröffentliche, in der ich viel von mir persönlich preisgebe. Und mindestens alle paar Monate überkommt mich das, was ich liebevoll „eine kleine Sinnkrise“ nenne: Dann stelle ich plötzlich mein komplettes Leben in Frage, überlege, ob das, was ich mache überhaupt Sinn macht und ob ich mich nicht vielleicht doch komplett verrenne.

Wieso Momente des Zweifelns so wertvoll sind

Inzwischen kenne ich diese Krisen schon sehr gut und habe sogar gelernt, das Positive daran zu erkennen: Erstens zeigen mir diese Momente des Selbstzweifels auf, dass es da noch Themen und Glaubenssätze gibt, die ich noch nicht aufgelöst habe und an denen ich noch arbeiten darf. Und zweitens geben sie mir die Chance, einen „Check-In“ zu machen, aus meinem Alltag rauszuzoomen und mich zu fragen: Was ist eigentlich meine Vision? Führt mich der Weg, den ich gerade gehe, wirklich dorthin? Oder lasse ich mich gerade von meinem Lebensweg ablenken?

Denn meiner Meinung nach nehmen wir uns im Alltag viel zu selten Zeit, uns diese Fragen zu stellen. Oft halten wir uns selbst so beschäftigt mit all den Dingen, die wir uns selbst auflasten, dass wir gar nicht merken, dass wir eigentlich in die komplett falsche Richtung unterwegs sind. Mir ging es zum Beispiel während der fünf Jahre meines Studiums so: Ich hielt mich selbst rund um die Uhr beschäftigt mit Uni, Studentenleben genießen und Freizeit gestalten, dass ich gar keine Zeit hatte zu hinterfragen, ob mich mein Studium eigentlich dorthin bringt, wo ich sein möchte. Dann geben uns solche „Sinnkrisen“ die Möglichkeit, dies zu erkennen, einen Schritt zurück zu machen und unseren Kurs zu korrigieren.

Wie kommen wir aus dieser Sinnkrise wieder raus?

Doch wie kommen wir aus so einer „Sinnkrise“ wieder raus? Und wie können wir vielleicht sogar verhindern, dass sie das nächste Mal überhaupt entsteht? Damit befasse ich mich in Teil 2 dieses Artikels, der nächste Woche erscheint.

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