Reisen alleine macht dich nicht glücklich: Die Evolution meines digitalen Nomadenlebens

Reisen alleine macht dich nicht glücklich: Die Evolution meines digitalen Nomadenlebens

In letzter Zeit erreichen mich immer mehr Interviewanfragen zum Thema digitales Nomadentum (zum Beispiel dieses hier für den Experience Booster Podcast). Ich freue mich darüber, dass diese Bewegung auf immer mehr Interesse stößt – auch in Österreich. Und ich liebe es, meine Arbeit überall hin mitnehmen zu können und möchte diese Freiheit um nichts auf der Welt mehr eintauschen. Aber: Es hat einen Grund, wieso ich auf diesem Blog bewusst nicht das digitale Nomadentum als DEN Lifestyle bewerbe. Denn für mich steckt dahinter mehr, als nur ortsunabhängig zu arbeiten. Doch auch bei mir dauerte es eine Weile, bin ich dahintergekommen bin. Was das für ein Prozess war und was das Ziel dieses Blogs ist verrate ich dir in diesem Artikel.

Der Auslöser

Herbst 2017. Ich habe das, wovon ich dachte, dass es immer das Ziel war: Studium fertig und ein unbefristeter Job in der Branche, in der ich arbeiten wollte. Wieso fühlt sich dann alles so verdammt falsch an? Ich will wieder raus in die Welt, will reisen, so wie ich es während meines Studiums gemacht habe. Stattdessen sitze ich vor dem Computer und verkaufe anderen die Reisen, die ich selbst gerne machen würde. Verdiene Geld, aber habe nur noch 5 Wochen im Jahr, um es für Reisen auszugeben.

Der Traum

Frühling 2018. Durch Zufall stoße ich auf das digitale Nomadentum. Ich bin begeistert. Mit der Kokosnuss am Strand sitzen, in hippen Co-Working Spaces mit Pool arbeiten und in veganen Hipster Restaurants Fotos von meinem Essen machen – das will ich auch! Mein Arbeitgeber ist eher weniger begeistert. Doch ich habe jetzt einen Traum – nichts und niemand kann mich aufhalten. Ich kündige, nehme aber – vernünftig wie ich bin – einen Teilzeitjob an, um mir nebenher ein eigenes Business aufzubauen. Doch schnell merke ich: 2 ½ Tage die Woche in einem Büro zu sein und für jemand anders zu arbeiten ist mir noch immer zu wenig Freiheit. Noch im selben Monat kündige ich wieder und mache mich selbstständig. Stelle fest: Das mit der Online Marketing Agentur klappt ja! Die Kunden kommen – und bleiben.

Der Start ins digitale Nomadentum

Herbst 2018. Nach drei Monaten Testphase bin ich bereit dafür, in mein digitales Nomadenleben zu starten. Meine Sachen sind verschenkt, die Wohnung gekündigt, das One-Way-Ticket nach Mexiko ist gebucht. Endlich beginnt die schöne Zeit mit Tequil… äh Kokosnuss am Strand in der Karibik. Ich bin begeistert, möchte nie wieder für jemand anders arbeiten müssen. I am on fire – wortwörtlich, beim Firewalk auf Tony Robbins „Unleash the Power within” Seminar in New York. Meine Werbeagentur läuft, die Kunden sind zufrieden, ich noch mehr. Das könnte das Ende der Erfolgsstory eines digitalen Nomadens sein. Ist es aber nicht. Es ist gerade einmal der Anfang…

Der Tiefpunkt

Winter 2018/19. Ich bin zurück in Österreich. Planmäßig, für einen Termin. Was nicht geplant war: Dass der Termin plötzlich um zwei Monate verschoben wird. Anstatt nach wenigen Tagen wieder weiterreisen zu können, muss ich nun den Termin abwarten. In meinem Elternhaus, in meinem alten Kinderzimmer – weil ich ja meine Wohnung gekündigt habe. Mitten im Winter – genau in der Jahreszeit, der ich eigentlich entkommen wollte.

Plötzlich scheint sich das ganze Universum gegen mich zu verschwören: Es kommt ein Termin nach dem anderen für die nächsten Wochen, so getaktet, dass es wenig Sinn macht, zwischendurch weiterzureisen. Ich gebe mich geschlagen und bleibe erstmal in Österreich. Versuche, die Zeit zum Arbeiten zu nutzen, nehme ein Projekt nach dem anderen an, bis ich schließlich 7 Tage die Woche fast nur noch arbeite.

Was ich damals noch nicht weiß: Das Universum hat sich nicht gegen mich verschworen. Im Gegenteil – es lehrte mich in diesem Winter eine seiner wichtigsten Lektionen:

Happiness is a state of mind, not a destination.

Die Herausforderung ist nicht, mir ein Leben zu erschaffen, das mir ermöglicht, am Strand zu sitzen, um glücklich zu sein. Die Herausforderung ist, in jeder Situation und an jedem Ort glücklich sein zu können. Als ich das verstanden habe, hat auch der Spuk mit den immer neu aufpoppenden wichtigen Terminen ein Ende. Lektion gelernt – jetzt möchte ich aber trotzdem wieder an den Strand, bitteschön. Ich fliege wieder weiter, diesmal nach Asien.

Der Tipping Point

Sommer 2019. Ich bin zurück in Europa für die DNX. Vor einem Jahr war ich hier, Teilzeitangestellte, mit dem Traum, zu reisen und von unterwegs zu arbeiten. Ein Jahr später habe ich es geschafft: Ich bin selbstständig, arbeite ortsunabhängig und kann reisen, wohin ich will. Ich habe wiedermal das erreicht, wovon ich dachte, dass es mein Ziel ist. Doch warum fühlt es sich schon wieder falsch an? Plötzlich wird mir klar: Ja, ich arbeite zwar jetzt nicht mehr aus dem Office von Österreich aus, sondern von Bali oder Mexiko. Ansonsten hat sich aber überhaupt nichts geändert. Ich arbeite immer noch für andere – und das wahrscheinlich sogar mehr Stunden, als in meinem Angestelltenverhältnis davor. Und ich verkaufe immer noch Reisen.

Roadtrip Leben Facebook Gruppe

Meine neues Ziel & meine Mission

Immer mehr Menschen sehnen sich danach, aus dem Hamsterrad auszubrechen. Frei zu sein. Reisen und arbeiten gleichzeitig zu können. Auf meinem Blog „Roadtrip Leben“ erreichen mich täglich Nachrichten von Leuten, die mir schreiben: „Ich möchte auch so viel reisen wie du. Wie werde ich zum digitalen Nomaden?“ Ihnen möchte ich zu verstehen geben: Reisen alleine wird dich nicht glücklich machen. Amazon FBA, Nischenseitenmarketing, virtuelle Assistenz,… Es gibt viele Wege, um schnell ortsunabhängig Geld zu verdienen. Du bist dann vielleicht happy, weil du endlich Job & Wohnung kündigen und losreisen kannst. Doch die Freude darüber wird nicht lange anhalten. Denn bald wirst du merken, dass du von einem Hamsterrad ins nächste gerutscht bist…

Ich möchte diesen Menschen zeigen, worum es ihnen eigentlich geht: Darum die Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen und wieder die Macht über ihre Zeit zu haben. Selbst zu entscheiden, wo sie ihre Energie und Arbeitszeit reinstecken. Einen Sinn zu sehen in dem, was sie tun. Ihr Herzensthema zu finden und in die Welt zu tragen. Und vor allem: Dazu beizutragen, die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen.

Wie ich das konkret mache? Indem ich …

  • … die Menschen aufwecke und sie wieder daran erinnere, welche Macht in ihnen steckt und dass nur sie alleine die Verantwortung für ihr Leben übernehmen können
  • ein Vorbild bin, selbst meine Zeit und Energie in etwas stecke, worin ich einen Sinn sehe und mein Herzensthema in die Welt trage
  • so lebe und an dem Ort arbeite, wie und wo es sich für mich in dem Moment richtig anfühlt
  • glücklich und ganz bei mir bin – ob auf Bali oder in Österreich
  • … mutig genug bin, mir das Leben zu erschaffen, das sich für mich richtig anfühlt, frei von gesellschaftlichen Normen und Erwartungen, und dadurch zeige, dass jeder andere das auch schaffen kann

Mehr über mein digitales Nomadenleben die letzten Monate könnt ihr hier nachlesen:

Life Update: Wo bin ich und was mache ich gerade?

5 Dinge, die ich dieses Jahr gelernt habe

Wieso du nicht alles auf einmal machen kannst und was ich die letzten Monate sonst so gelernt habe

Was ich in meinem ersten Monat als digitale Nomadin gelernt habe

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