8 Dinge, die ich gerne vor meiner Kündigung gewusst hätte

8 Dinge die ich gerne vor meiner Kündigung gewusst hätte

Ein Jahr ist es nun her, dass ich meinen Vollzeitjob gekündigt habe – ohne zu wissen, was danach kommt. In diesem Artikel verrate ich euch, was ich gerne vor meiner Kündigung und der darauf folgenden Selbstständigkeit gewusst hätte. Ein Beitrag für alle, die schon einmal mit dem Gedanken gespielt haben, ihren Job zu kündigen!

1. Egal, was du für Pläne hast – am Ende kommt sowieso alles anders

Leben ist das, was passiert, während wir fleißig Pläne schmieden. Und irgendwie trifft das auch aufs Unternehmertum zu: Egal, was du am Anfang so vorhast – am Ende kommt es sowieso ganz anders. Flexibilität, Geduld und Vertrauen sind Eigenschaften, die du brauchen wirst, wenn du in die Selbstständigkeit startest.

Am Anfang nahm ich die Sache viel zu ernst. Ich dachte, nun, da ich alleine für meine Arbeit verantwortlich bin, muss alles so laufen, wie ich mir das vorstelle. Schnell wurde mir jedoch klar, dass das Leben – und auch die Selbstständigkeit – nun mal nicht immer nach Plan läuft. Da kann es schon einmal sein, dass ich meine Stunden wunderschön nach Kunden und Auftrag aufteile – und dann stelle ich fest, dass ein Projekt doch mehr Zeit benötigt als geplant, oder der Start eines Projektes verzögert sich, da die Webseite noch nicht fertig programmiert wurde. So durfte ich lernen, flexibel genug zu bleiben und ein gewisses Maß an Vertrauen zu entwickeln, dass sich am Ende des Monats doch alles irgendwie ausgeht – sowohl zeit-, als auch geldmäßig.

2. Du musst (noch) nicht alles können

Was ich ebenfalls gerne gewusst hätte, bevor ich in die Selbstständigkeit gestartet bin: Du musst (noch) nicht alles können. Niemand ist als Meister vom Himmel gefallen. Wenn du dich selbstständig machst, werden immer Dinge auf dich zukommen, von denen du bisher keine Ahnung hattest – sei es Buchhaltung, Marketing oder den Aufbau einer Website. Vieles davon wirst du auf deinem Weg lernen – ganz einfach, weil du keine andere Option hast. Ich habe mich zum Beispiel nächtelang in Foren rumgetrieben und unzählige YouTube Tutorials geschaut, bis ich meinen Blog aufgebaut hatte, weil ich zuvor noch nie eine Webseite erstellt habe. Und wenn Dinge notwendig werden, die du dir nicht selbst beibringen kannst oder möchtest, hast du immer noch die Möglichkeit, dir Hilfe zu suchen. Was mich zu meinem nächsten Punkt bringt…

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3. Du darfst um Hilfe bitten

Ganz wichtig: Selbstständig zu sein heißt nicht, dass du alles alleine machen musst. Im Gegenteil – du kannst jederzeit um Hilfe bitten. Egal, ob dir gerade alles zu viel wird oder etwas auf dich zukommt, von dem du keine Ahnung hast, wie du es machen sollst: Du hast immer die Möglichkeit, dir jemanden zu suchen, der mehr Ahnung hat als du. Ob du nun Aufgaben, in denen du kein Experte bist, auslagerst oder dir einfach den Rat von Experten einholst: Wichtig ist nicht, dass du alles alleine machen kannst, sondern, dass du die richtigen Personen findest, die dich perfekt ergänzen und das können, was du (noch) nicht kannst.

4. Du bist nicht alleine

Apropos die richtigen Personen… Vielleicht geht es dir auch so wie mir und alle Menschen in deinem Umfeld sind Angestellte, sodass du dich mit niemanden wirklich über deine Selbstständigkeit austauschen kannst. Gerade dann ist es wichtig, dass du dir Menschen suchst, die etwas Ähnliches machen wie du. Diese lernst du zum Beispiel auf Veranstaltungen für Selbstständige oder in Co-Working Spaces kennen.

Als Selbstständiger hat man oft das Gefühl, die einzige Person im Universum zu sein, die sich mit Steuererklärung oder anspruchsvollen Kunden herumschlagen muss. Wenn du dich mit anderen Unternehmern austauschst wirst du jedoch schnell feststellen: Du bist nicht alleine – alle Selbstständige haben früher oder später die gleichen oder so ähnliche Probleme wie du. Außerdem tut es hin und wieder einfach gut, mit jemandem zu sprechen, der ähnlich tickt und denkt. Diese Erkenntnis ist der Grund, wieso ich dieses Jahr wieder auf die DNX nach Berlin fahren werde.

5. Es wird nicht weniger Arbeit nach der Kündigung – im Gegenteil

Okay, ich gebs zu: Ein Grund dafür, dass ich mich als Content & Social Media Managerin selbstständig gemacht habe war, dass ich dadurch mehr Zeit für den Aufbau dieses Blogs haben wollte. Ich dachte, dass ich mir als Selbstständige ja selbst einteilen könne, wie viele Aufträge ich annehme und daher die Anzahl an Stunden, die ich für meine eigenen Projekte zur Verfügung habe, besser steuern kann. Mann, war ich naiv!

Heute kann ich sagen: Selbstständigkeit bedeutet nicht weniger Arbeit – im Gegenteil. Dein Business interessiert es null, was für gute Absichten du hast von wegen weniger Stunden für andere machen wegen eigenen Projekten oder so. Du willst eine Zeit lang weniger Aufträge? Ich wette mit dir, dass du genau dann wahnsinnig viel für Kunden zu tun haben wirst. Oder du musst trotz guter Vorsätze mehr Aufträge annehmen als du möchtest, ganz einfach weil du das Geld brauchst…

Daher noch einmal zum Mitschreiben: Selbstständigkeit bedeutet nicht weniger Arbeit. Zumindest nicht am Anfang!

6. Ein fixes Gehalt zu haben hat auch so seine Vorteile

Ein weiterer Faktor, den man erst zu schätzen lernt, wenn man ihn nicht mehr hat: Ein fixes Gehalt. Wenn man angestellt ist, denkt man nicht wirklich darüber nach, wie wertvoll es ist, jeden Monatsanfang eine fixe Summe auf sein Gehaltskonto überwiesen zu bekommen. Erst wenn dies nicht mehr so ist, wird einem bewusst, wie praktisch das für die eigene Finanzplanung ist.

Als Selbstständige hast du weder einen fixen Zahltag noch eine fixe Summe, die du verdienst. Alles hängt davon ab, wie viele Aufträge du hattest, wann du deine Rechnung schreibst und wann der Kunde tatsächlich zahlt. Und selbst dann weißt du noch nicht, wie viel davon tatsächlich übrig bleibt und wie viel noch für Versicherung und Steuer abgezogen werden muss. Das kannst du erst ganz genau sagen, wenn du deinen Jahresabschluss machst und weißt, wie viel Gewinn du in dem Jahr gemacht hast. Ganz schön doof, wenn man eigentlich gar nicht weiß, wie viel man von seinem verdienten Geld ausgeben kann – oder?

7. Angestellte verstehen nicht, was es bedeutet, seine Arbeitszeit frei einzuteilen

Was ich ebenfalls erst lernen musste: Deine Freunde und Familie in einem Angestelltenverhältnis verstehen nicht, was es bedeutet, dass du deine Arbeitszeit frei einteilen kannst. Gerade wenn du so wie ich nicht in ein Büro fährst, sondern von zu Hause arbeitest, schaut es für Außenstehende oftmals so aus, als würdest du, seit du selbstständig bist, eh immer Zeit haben. Theoretisch stimmt es, dass du dir deine Zeit frei einteilen kannst – das heißt aber nicht, dass du deine Stunden und Arbeit nicht trotzdem machen musst. Mir passierte es gerade am Anfang meiner Selbstständigkeit oft, dass mich Freunde und Familie, die nur Teilzeit arbeiten oder sich einmal einen Tag Urlaub nehmen dazu überredeten, tagsüber auf einen Kaffee zu gehen, Sport zu machen oder sonst irgendetwas zu unternehmen. Für sie war das kein Problem, da sie ja frei hatten. Bei mir blieb in der Zeit jedoch Arbeit am Schreibtisch liegen, die ich dann dafür abends oder am Wochenende erledigen musste.

Auch wenn ich theoretisch selbst entscheiden kann wann ich arbeite, bin ich inzwischen schon dazu übergegangen, mich halbwegs an die Arbeitszeiten Angestellter zu halten und unter der Woche auch mal zu sagen „ich muss leider arbeiten“, wenn ich tagsüber zu etwas eingeladen werde. Damit stoße zwar nicht bei allen auf Verständnis, da ich mir „meine Zeit ja eh frei einteilen kann“, aber vermeide wenigstens, dass ich dafür dann die halbe Nacht am Computer sitzen muss, um meine Arbeit zu erledigen.

8. Du darfst auch einmal NEIN sagen

Zum Schluss möchte ich noch eine letzte Sache hervorheben, die ich gerne am Anfang meiner Selbstständigkeit gewusst hätte: Ich darf auch einmal NEIN sagen. Als frisch gebackener Selbstständiger kommt man schnell in Versuchung, alle Aufträge, die man so bekommt, anzunehmen. Man braucht ja schließlich Referenzen – und das Geld. Da verkauft man sich schon auch einmal unter Wert, da man eben besser einen schlecht zahlenden Kunden hat als gar keinen. Inzwischen habe ich aber gelernt, auch einmal NEIN zu sagen. Wenn ein Kunde nicht den Preis zahlen möchte oder kann, den ich für meine Arbeit nehme, dann lehne ich inzwischen ganz klar ab, da ich weiß, wie viel ich verdienen muss, damit sich die Arbeit für mich rentiert. Ebenfalls traue ich mich heute auch Kunden abzulehnen, die nicht zu mir und meinen Werten passen oder mit denen mir die Arbeit keinen Spaß macht.  

Fazit

Das waren acht Dinge, die ich gerne gewusst hätte, bevor ich meinen Job gekündigt und mich selbstständig gemacht habe. Bist du auch selbstständig und hast deine eigenen Erfahrungen in diese Richtung gemacht? Oder spielst du mit dem Gedanken, dein eigenes Unternehmen zu gründen? Dann helfen dir vielleicht folgende Artikel weiter:

Ich bin noch nicht bereit dafür…

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5 Dinge, die ich dieses Jahr gelernt habe

Trau dich! Wieso du jetzt kündigen und dich selbstständig machen sollst

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2 Kommentare

  1. Hi Anna!

    Also, wir sind froh, dass Du deinen alten Vollzeit-Job gekündigt hast und uns dadurch seit September 2018 als Selbständige im Bereich Content-Marketing aktiv unterstützt 😉

    Wir schätzen Deine gute Arbeit – vor allem wie Du es immer wieder schaffst komplexe technische Sachverhalte in angenehm lesbare und spannende Geschichten zu verwandeln. Gelungenes Story-Telling eben 😉

    Auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit!

    Dein zufriedener Kunde
    WESTCAM – The Know-WOW-Company
    samt Team 😉

    http://www.westcam.at

    1. Hallo Günter,
      Vielen Dank für die netten Worte. Ich schätze die Zusammenarbeit mit euch ebenfalls sehr und freue mich auf viele weitere spannende Stories 😉
      Mit lieben Grüßen, Anna

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